Wozu brauchen Kinder Fantasie?

Heute Prinzessin und morgen Astronaut! Das Spielzeug wird plötzlich lebendig und das Kind ist der Herrscher darüber, was als nächstes passiert. Woher kommt die Fantasie bei Kindern, warum ist sie für die Entwicklung so nützlich und wie kann sie geweckt werden?

In der Fantasiewelt wird das echte Leben geübt

Die Fähigkeit, sich etwas auszudenken, ist der zentrale Baustein der Persönlichkeitsentwicklung. Durch das Spielen wird die Vorstellungskraft von Kindern aktiv gefordert. Kinder lieben es, in verschiedene Rollen oder Berufe zu schlüpfen, sich eine eigene Handlung auszudenken, Charaktere auszusuchen und ihnen eine Stimme zu verleihen. Ganz spielerisch fördert dies die Sprachentwicklung. Und auch Verhaltensweisen können ausprobiert und soziale Kompetenz erlangt werden.

Fantasie wächst nur an Herausforderungen

Langeweile hat völlig zu Unrecht so einen schlechten Ruf. Eltern sind auch nicht dafür verantwortlich, dass ihr Kind konstant beschäftigt ist. Im Gegenteil: Wer auf jedes Quengeln mit neuen Unterhaltungsangeboten reagiert, lässt die natürlich vorhandene Vorstellungskraft verkümmern. 

Das Problem ist, dass mit Fernsehen, Handy, Tablet und Co. immer mehr digitale Medien täglich zur Auswahl stehen. Kindgerechte Sendungen und Spiele fördern zwar durchaus die Fantasie, jedoch ist die Dauer der Mediennutzung entscheidend. Kinderärzte empfehlen, dass Kinder unter zwei Jahren möglichst gar nicht fernsehen sollten. Bei Kindergartenkindern sind 30 Minuten vor einem Bildschirm täglich das Maximum.

Also Mut zur Bespaßungs-Lücke! Schalten Sie häufiger mal alle digitalen Geräte aus (auch Ihre eigenen!). Denn nur wer sich langweilt, kann auf kreative neue Spielideen kommen.
Motivieren Sie Ihr Kind z.B. vorhandene Alltagsgegenstände mal ganz anders zu nutzen oder neue Dinge daraus zu gestalten. Und lassen Sie sich von der Natur inspirieren, denn auch Bewegung an der frischen Luft lässt Gehirnzellen wachsen.

Spielzeug: Weniger Vorgaben heißt mehr Freiraum für eigene Ideen

Und auch beim Spielzeug ist ein Mehr an technischer Ausstattung nicht unbedingt förderlich für die Fantasie. Je einfacher es konstruiert ist, um so mehr Möglichkeiten hat ein Kind, es auf ganz unterschiedliche Arten immer wieder neu zum Leben zu erwecken. So wie z.B. bunte Bausteine, Klötzchen oder Steckfiguren, die nahezu unbegrenzte Möglichkeiten zum Zusammenbauen bieten.

Spielsachen, die nur auf eine vorher vom Hersteller definierte Weise funktionieren oder reagieren, sind dagegen schnell langweilig. Dies gilt auch für Spiele, die von Erwachsenen detailliert erklärt werden. Auch wenn Sie es gut meinen und Ihrem Kind vormachen wollen, wie es vermeintlich „richtig geht“: Kinder wollen Sachen selber ausprobieren und erforschen. Das macht sie stolz und fördert nicht nur die Kreativität, sondern auch das Selbstbewußtsein.

Holz Stapelspiel mit bunten Bauklötzen

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Intelligenz hat mein Kind?

Natürlich fragen sich Eltern, wie intelligent ihr Kind ist. Doch was ist „Intelligenz“ überhaupt? Und warum gibt es nicht die eine, sondern sogar neun verschiedene Intelligenzarten? Intelligenz ist die Summe verschiedener Fähigkeiten Für die meisten Menschen ist Intelligenz vor allem eine Zahl: Der Intelligenzquotient (IQ). Dieser wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von dem französischen Psychologen Alfred [...]

Brauchen Babys in den ersten sechs Monaten Spielzeug?

Was gibt es Schöneres, als voller Vorfreude für den angekündigten Nachwuchs einkaufen zu gehen. Bevor das Baby auf der Welt ist, gleichen manche Kinderzimmer schon einem Warenlager. Und nach der Geburt schenken Freunde sowie Familie dann Spielzeug in allen Größen und Materialien von Rassel bis Kuscheltier. Aber was brauchen Babys wirklich zum Spielen in den [...]

Babynamen: Das sind die beliebtesten Vornamen

Marie und Paul – das sind die Namen, die bei den Standesämtern am häufigsten für Neugeborene eingetragen werden. Ebenso klassisch sind Sophie und Alexander auf Platz 2 sowie Maria und Maximilian auf Platz 3. Doch was sind die nächsten Trend-Namen? Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) ermittelt jedes Jahr im Mai die in ganz Deutschland [...]