Babyhände erforschen ein dreidimensionales Holzspielzeug

Feinmotorik, Räumliches Verständnis und logisches Denken fördern. So unterstützen Sie die Entwicklung Ihres Kindes

Motorik bedeutet Bewegung. Feinmotorik bezeichnet die Fähigkeit, kleine Bewegungen gezielt auszuführen. Für Babys ist das eine enorme Leistung. Denn Augen und Hände müssen zusammenarbeiten, die Muskeln von Armen und Fingern angesteuert werden. Gleichzeitig soll sich der Kopf in die richtige Richtung drehen, damit es alles sehen kann. Der Abstand von der Hand zum Gegenstand, der gegriffen werden soll, muss richtig eingeschätzt werden. Dafür braucht es eine Menge Gehirnleistung, Erfahrung und Übung. Daher trainiert Ihr Baby seine Feinmotorik in den ersten Lebensjahren ständig. Sie können es dabei unterstützen, indem Sie ihm interessante Gegenstände zeigen und zum Greifen anbieten. Bald wird es gezielt nach seinem Greifling fassen, ihn in den Händen hin und her bewegen und ihn mit Augen, Fingern und Mund untersuchen.

Babyhände erforschen ein dreidimensionales Holzspielzeug

Wie Sie die Entwicklung der Feinmotorik fördern können

Spielzeuge mit kleinen beweglichen aber befestigten Teilen fördern die Feinmotorik Ihres Babys. Greiflinge und kleine Elemente an der Wagenkette des Kinderwagens, die anfangs nur betrachtet oder mit dem Mund erforscht wurden, werden zunehmend mit den Händen untersucht.

Feinmotorik beim Kleinkind: der Pinzettengriff

Besonders auffällig in der Feinmotorischen Entwicklung ist der sogenannte „Pinzettengriff“, den die meisten Babys mit etwa 12 Monaten perfektionieren: mit Daumen und Zeigefinger hebt Ihr Nachwuchs zum Beispiel am Frühstückstisch kleinste Brotkrumen auf. Ermöglichen Sie ihm diese Übung mit ungefährlichen Dingen wie halbierten Weintrauben, kleinen Brot- oder Bananenstückchen. Vorsicht aber bei nicht essbaren kleinen Gegenständen, die eingeatmet oder verschluckt werden könnten! Worauf Sie achten sollten, wenn Ihr Baby selbstständig isst, erfahren Sie auch detaillierter im Artikel zum Beikoststart mit Baby Led Weaning.

Die feinmotorischen Fähigkeiten üben kann Ihr Baby nun besonders gut mit einem Motorikbrett wie „Carusello“ von Selecta®, bei dem es die interessanten Kleinteile gefahrlos nach Herzenslust greifen, bewegen und erforschen kann.

Carusello Motorikbrett Holz Spielzeug

Was ist räumliches Verständnis?

Es wird auch räumliches Vorstellungsvermögen genannt und meint die Fähigkeit, mit deren Hilfe wir dreidimensional sehen und uns Dinge vorstellen können. Dafür brauchen wir Wissen von Gegenständen und ihrer Beziehung zueinander im Raum. Wir gehen alle täglich damit um und nutzen diese Fähigkeit. Tatsächlich ist das aber ganz schön kompliziert und eine enorme Leistung unseres Gehirns.

Wie entwickelt sich das räumliche Verständnis?

Ein Baby, das frisch geboren ist, hat noch wenig Vorstellung vom Raum. Allerdings hat es schon im Mutterleib die Form seiner Finger und Zehen erkundet und mit der Nabelschnur gespielt. Durch das Tasten und Erforschen von Gegenständen, das auch nach der Geburt erst einmal zu einem großen Teil mit dem Mund erfolgt, und durch aufmerksames Beobachten seiner Umgebung bekommt das Baby nach und nach eine Vorstellung von Dreidimensionalität. Bieten Sie ihm Spielzeuge an, die es schon selbst greifen und erforschen, schütteln und fallen lassen kann. Diese anfangs willkürlich scheinenden Bewegungen werden mit zunehmenden motorischen Fähigkeiten immer koordinierter.

Holz blaue Babyrassel mit bunten Glöckchen aus Holz

Was ich nicht sehe, existiert nicht – oder?

Das „Kuckuck“-Spiel (Gesicht hinter den Händen verstecken und wieder vorkommen), ist bei Babys ab einer bestimmten Entwicklungsstufe sehr beliebt. Warum ist das so? Um zu verstehen, dass die Hände das Gesicht nur verdecken und es nicht wirklich „weg“ ist, braucht es eine Vorstellung vom Raum. Und die hat das ganz kleine Baby nicht. Zwischen neun und zwölf Monaten verstehen Babys, dass Gegenstände oder Personen auch noch existieren, wenn sie gerade versteckt sind. Was für ein Spaß! Gegenstände verschwinden lassen und wieder „hervorzaubern“ muss nun unbedingt immer und immer wieder ausprobiert werden.

Räumliches Erleben fördern und „Objektpermanenz“ verstehen

Mit einer Sortierbox wird dieses Phänomen, das wissenschaftlich „Objektpermanenz“ genannt wird, verinnerlicht. Klötze können in der Box „verschwinden“ und wieder hervorgeholt werden. Sie müssen richtig herum gedreht werden, was feinmotorisches Geschick und Verständnis vom Raum erfordert. Schließlich können nur die passenden Klötze verschwinden und wieder auftauchen.

Größere Kinder verbessern ihr räumliches Vorstellungsvermögen, indem sie zum Beispiel mit Bausteinen dreidimensionale Gebilde bauen oder den Küchentisch mithilfe einer Decke zu einem Zelt umfunktionieren. Auch gemeinsame Spiele, bei denen gestapelt, gesteckt oder gefädelt wird, sind geeignet um das räumliche Verständnis zu fördern.

Holz bunte Sortierbox mit verschieden farbigen Bauklötzchen

Was ist logisches Denken?

Zusammenhänge verstehen und aufgrund von Erfahrungen Vorhersagen treffen können – das kann man grob gesagt als logisches Denken bezeichnen. Für Ihr Baby bedeutet das: Wenn ich den Greifling loslasse, fällt er runter! Klappt das auch beim nächsten Mal? Und was passiert nach vielen Wiederholungen? Wenn die gleiche Aktion immer und immer wieder denselben Effekt hat, speichert Ihr Baby das ab. So entsteht langsam ein komplexes Bild von der Welt und ihren Zusammenhängen. Auf diese Art erforschen Babys und Kleinkinder spielerisch die Welt und erschließen die logischen Zusammenhänge.

Logisches Denken fördern

Ermöglichen Sie Ihrem Kind, seine Umwelt zu erforschen und seine Annahmen zu überprüfen. Einige gute Ideen dafür finden Sie auch in unserem Ratgebertext Zukunftskompetenzen fördern: Voller Freude am Lernen.

Das Schöne ist: Viele Dinge, die Ihr Kind sowieso gerne macht, fördern Feinmotorik, räumliches Vorstellungsvermögen und logisches Denken gleichzeitig. Besonders geeignet sind Motorikbretter und Zahnradspiele wie der „Kurbelspaß“ von Selecta®, Konstruktions- und Stapelspiele oder Puzzlespiele.

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Zukunftskompetenzen fördern: Voller Freude am Lernen

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Wie kleine Kinder lernen

Wann und wie lernen Kleinkinder? Um diese Frage zu beantworten, muss man erst überlegen, was Lernen ist: Man begegnet einem neuen Wissensgebiet und versucht es zu ergründen. Diesen Moment erlebt ein Kleinkind jeden Tag unzählige Male. Immer gibt es etwas, das neu ist und das es herausfinden möchte. Kleinkinder lernen fast während ihrer gesamten Wachzeit.

Weil das Lernen in diesem Alter anders aussieht als beim Büffeln in der Schule, nahm man es früher kaum wahr. Denn Kleinkinder lernen in eigener Regie. Sie brauchen keine Lehrkräfte, die ihnen die Lerninhalte vermitteln. Stattdessen erarbeiten sie sich ihren Lernstoff im scheinbar ziellosen Spiel. Und ihr Lernmaterial sind keine Bücher, sondern Spielzeuge und jede Menge Alltagsmaterialien.

Was Kleinkinder beim Spielen lernen

So etwa sieht Lernen bei Kleinkindern aus: Lea schiebt am Badschrank Schubfach für Schubfach auf, räumt alle Dinge heraus und sortiert sie danach wieder anders ein. Henry baut einen Turm, um ihn gleich wieder mit großem Gepolter zu zerstören. Und Louisa „telefoniert“ mit einem Bauklotz. Zumindest das letzte sieht süß aus, aber was lernt sie dabei?

Oft fällt es Erwachsenen schwer, im scheinbar sinnlosen Spiel kleiner Kinder das Lernen zu erkennen. Dabei sind es grundlegende Fragen, die Kleinkinder im Tun untersuchen. Beim Ausräumen der Schublade untersucht Lea nicht nur die darin liegenden Dinge. Sie erkundet zum Beispiel auch, ob Gegenstände „weg“ sind, wenn sie gerade nicht sichtbar sind. Wenn Henry Klötze stapelt, untersucht er Statik: Wie macht man, dass etwas hält? Beim wiederholten Umkippen erforscht er die Schwerkraft: Fällt wirklich alles herunter? Louisa versucht mit Nachahmung zu verstehen, warum Erwachsene so aufgeregt in kleine Kästen sprechen. Hinter allen wiederholten Beschäftigungen von Kleinkindern steckt das Interesse, die Geheimnisse der Welt zu entschlüsseln.

Wie Erwachsene Kinder beim Lernen fördern können

Auch wenn Kleinkinder von sich aus lernen, kommt unserer Reaktion als Eltern große Bedeutung zu. Schließlich wollen die Kleinen wissen: Ist es gut, was ich tue, oder ist es falsch, vielleicht auch gefährlich? Sie brauchen also unsere Unterstützung und unser Interesse bei ihrem Lernen.

Das ist manchmal leichter gesagt als getan. Natürlich nervt es, wenn die Schublade schon wieder ausgekippt wurde oder der Bausteinturm laut krachend umkippt. Aber wir Eltern sollten bedenken: Jedes Mal, wenn ich eine Tätigkeit meines Kindes tadle oder unterbinde, nehme ich ein kleines Stück seiner Lernfreude weg. Natürlich gibt es gefährliche Dinge, die man seinem Kind verbieten muss. Jedoch muss man so sparsam wie möglich mit diesen Lern-Bremsen umgehen. Denn bekommt das Kind allzu oft mit, dass uns sein Lerneifer stört, versiegt dieser irgendwann.

Holz Stapelspiel mit bunten Wackelsteinchen

Welche Dinge kleine Kinder brauchen, um begeistert zu lernen

Um den Lerneifer des Kindes anzufeuern, sollten Sie möglichst viel „Lernmaterial“ bereitstellen, bei dem man nicht eingreifen muss. Leert beispielsweise ein Kind wie Lea gerade begeistert Kästen aus, sollte man nicht alle Schubladen verriegeln. Stattdessen ist jetzt der richtige Moment, möglichst viele Kästen bereitzustellen, die sie unbesorgt ausleeren kann. Es ist hilfreich, immer die aktuellen Lieblingsspiele des Kindes zu kennen, um das passende Material anzubieten. Gerade jetzt, wenn Henry so begeistert Türme baut und umkippt, lohnt sich das Bereitstellen weiterer Dinge zum Stapeln.

In der Spielecke des Kindes sollte dafür ein guter Mix aus Alltagsmaterialien und passenden Spielzeugen bereitliegen. Alltagsgegenstände sind wichtig, weil sie zu Ihrer Wohnung gehören und das Kind unbedingt herausfinden möchte, welche Eigenschaften sie haben und wozu man sie braucht. Bei den Spielzeugen sollte erstens im Mittelpunkt stehen, was und wie viel das Kind damit erkunden kann. Zweitens kommt es darauf an, ob das Spiel zum aktuellen „Untersuchungsgebiet“ des Kindes passt. Turmbauer Henry kann Geschicklichkeits-Bauspiele wie die „Wackelsteine“ von Selecta® jetzt hervorragend brauchen, um immer kniffeligere Türme zu bauen. Lea, die gerne ausräumt und zurücksortiert, dürfte sich über eine Sortierbox freuen.

Wie Sie Ihr Kind mit Ihrem Interesse unterstützen

Vor allem sollten Sie Ihrem Kind immer wieder zeigen, dass Sie sein Tun richtig und wichtig finden. Dazu ist es gut, als Eltern ab und an mitzuspielen. Schon, um sich mit dem Kind zu freuen: „Unser Turm ist wirklich toll geworden, oder?“ Nutzen Sie immer wieder Spielmomente als Gesprächsanlass. Wenn Sie sehen, dass Ihr Kind vertieft Dinge tut, können Sie nachfragen und kommentieren, was gerade passiert: „Oh, du räumst die Schüsseln aus! Viele Schüsseln, oder? Rote, blaue, gelbe …“ Solche einfachen Sätze zeigen dem Kind: Ich sehe, was du tust. Ich finde es gut. Ich helfe dir, das Erlebte zu verstehen und in Worte zu fassen.

All das unterstützt den Forschergeist Ihres Kindes und stärkt die Freude am Lernen.

Dies ist ein Artikel unseres Gastautors Michael Fink. Er ist als Dozent in der Fort- und Weiterbildung von Erzieher:innen und Lehrer:innen tätig, Mitbegründer einer pädagogischen Fachzeitschrift und Autor von über 50 pädagogischen Fachbüchern.

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Was ist eigentlich Talent oder Begabung?

Begabung bedeutet, dass ein Mensch – in diesem Fall schon als Kind – ein Leistungspotenzial hat. Es besitzt so gute Voraussetzungen in einem bestimmten Bereich, dass man es als Talent bezeichnen kann. Durch gezielte Förderung kann dies zu besonderen Leistungen führen.

Die vier Bereiche von Begabungen

Es gibt unterschiedliche Bereiche, in denen Menschen besondere Begabungen zeigen können:

  1. Der musikalisch-künstlerische Bereich. Ihr Kind ist vielleicht besonders musikalisch, malt viel und gerne oder kann gut Theater spielen.
  2. Der sogenannte sensumotorische Bereich. Hier geht es um motorisches Geschick, ein besonders gutes Körpergefühl oder ausgezeichnete Feinmotorik. Das kann sich zum Beispiel beim Klettern, Turnen und Tanzen zeigen, aber auch beim Basteln oder beim Umgang mit kleinteiligem Spielzeug.
  3. Die soziale Begabung. Wenn schon Kinder sich in sozialen Situationen gut in ihr Gegenüber einfühlen können, anderen helfen und mit ihnen umgehen, haben sie vielleicht eine besondere soziale Begabung.
  4. Allgemeine intellektuelle Begabung. Logisches Denken, Verstehen von Zusammenhängen, Umgang mit Sprache bereiten diesen Kindern Vergnügen und fallen ihnen leicht.

Selten ist eine extreme Begabung in nur einem Bereich zu beobachten. Die meisten Kinder haben Begabungen in allen Bereichen. Und das ist auch gut so. Schließlich wird im Alltag auch alles benötigt. Gehen wir von einer Gruppensituation bei der musikalischen Früherziehung aus: Hier wird zum Beispiel ausgehandelt, wer wo sitzt und wer welches Instrument benutzt. Dafür sind soziale und sprachliche Fähigkeiten nötig. Musikalisch-künstlerisch geht es beim Musizieren weiter. Dabei kommt auch das motorische Geschick zum Einsatz, wenn die Rassel geschwungen und die Triangel angeschlagen wird.

Besondere Begabungen beobachten und erkennen

Neben diesen allgemeinen Begabungen gibt es aber natürlich auch bei jeder Person etwas, das sie besonders gut kann. Das lässt sich schon bei der Entwicklung von Kleinkindern beobachten. Die eingangs erwähnten sprachbegabten Kinder zum Beispiel haben besonderes Interesse an allem, was mit Worten zu tun hat: Vorlesen, Reime, Singen, Geschichten. Sie können früher als andere Kinder Zwei- und Drei-Wort-Sätze bilden und haben schon früh einen großen Wortschatz. Sie mögen Rollenspiele oder erzählen beim Spielen mit Figuren die Situationen nach.

Motorisch besonders begabte Babys können sich eher umdrehen als andere, robben und krabbeln früh und ziehen sich hoch, wo immer sie eine Gelegenheit entdecken. Später erklimmen sie jedes Klettergerüst spielend (wenn sie dürfen). In ruhigeren Momenten beschäftigen sie sich ausdauernd mit Steckperlen oder mit Stapelspielzeugen.

Was macht Ihr Kind besonders gerne und ausdauernd? Will es alles wissen, stellt „Warum-Fragen“, bis Ihnen der Kopf raucht und experimentiert es gerne? Oder ist es dauernd in Kontakt mit anderen Menschen und liebt die soziale Interaktion?

Begabungen von Kindern fördern

Eigentlich ist es ganz einfach, wenn Sie Ihr Kind beobachten. Sie sehen ja, woran es besondere Freude hat. Noch mehr Spaß macht es natürlich mit Ihnen gemeinsam, daher nutzen Sie jede sich bietende Gelegenheit. Lassen Sie das Kind dabei Regie führen und geben Sie sich einfach seinem Spiel hin. Ihr Kind kann das Potenzial seiner Begabung nur dann zu Fähigkeiten und vielleicht so gar zu einer besonderen Leistung entwickeln, wenn es die Veranlagung nutzen und trainieren darf. Weil es Spaß daran hat, fällt auch eine gezielte Förderung leicht.

Musikalisch-künstlerisch begabte Kinder fördern

Sie singen oder summen früh und wippen mit, wenn Musik läuft. Sie spielen gern Schlagzeug mit dem Kochlöffel auf Töpfen und lieben Spielzeuge, die Geräusche machen. Fördern Sie Ihr musikalisches Kind, indem Sie häufig zusammen singen, tanzen und Musik hören. Ist Ihr Kind eher künstlerisch begabt, malt es wahrscheinlich gerne und viel. Bieten Sie einen Kreativplatz mit unterschiedlichen Materialien an, den Ihr Kind jederzeit nutzen kann (und der auch ruhig etwas chaotisch sein darf). Eine Tafelwand im Zimmer lädt zu großformatigen Malereien ein und Fingerfarben sind ein ganz besonders Highlight. Gehen Sie mit ihrem musikalisch-künstlerisch begabten Kind ins Puppentheater oder zum Kinder-Musical und genießen Sie gemeinsam Figuren, Kostüme und Musik.

Holz Stapelspiel mit bunten Wackelsteinchen

Motorisch begabte Kinder fördern

Sie wollen sich bewegen. Fangen spielen, hüpfen, tanzen. Nichts wie raus und alle Klettergerüste erklimmen! Rutschauto und Laufrad benutzen diese Kinder gerne und früh. Auch Nachziehtiere oder Schiebefiguren animieren zu Bewegung. Das geht bei schlechtem Wetter sogar in der Wohnung. Und auch die Feinmotorik beherrschen diese Kinder eher und besser als andere. Sie haben Freude am Stecken, Sortieren von kleinen Teilen und am Basteln.

Wenn Ihr Kind sich gerne bewegt, sollten Sie ihm viele Gelegenheiten dazu bieten. Am besten in der Natur, denn Bewegung und frische Luft sind schon immer eine gute Kombination. Sportvereine bieten oft Kleinkindgruppen mit Bewegungsspielen an. Die feinmotorischen Fähigkeiten fördern Sie mit Spielzeugen wie Motorikschleifen und allem, was zum Einstecken, Zusammenfügen und Stapeln einlädt. Gemeinsam eignen sich Spiele wie die Fädelraupe von Selecta®, bei der bunte Holzperlen auf eine Schnur gefädelt werden.

Holz bunte Klettspielsteine Brotzeit, Brot, Käse, Tomate, Karotte, Ei und Messer

Kinder mit besonderer sozialer Begabung fördern

Sie fühlen sich mit anderen Menschen wohl. Sie mögen es, wenn Besuch da ist, lieben die Krabbelgruppe und verabreden sich schon früh mit Kindergartenfreund:innen. Auf dem Spielplatz nutzen sie viele Gelegenheiten für gemeinsames Spielen mit anderen. Interaktion ist für diese Kinder besonders wichtig. Sprechen und spielen Sie daher viel mit Ihrem Kind, binden Sie es in Ihre Aufgaben mit ein. Während es Ihnen beim Wäschefalten oder in der Küche hilft, haben Sie ganz viel Zeit für Interaktion. Bieten Sie ihm außerdem möglichst oft Spielmöglichkeiten mit Gleichaltrigen. Diese Kinder haben meist große Freude an Rollenspielen. Räumen Sie dafür Platz ein und bieten Sie geeignete Spielzeuge an: Arztkoffer, Picknickset und Obstsalat zum Beispiel laden zum Nachahmen von Alltagssituationen ein.

Holz Stapelspiel bunte Zwerge

Kinder mit allgemeiner intellektueller Begabung fördern

Mit ausgeprägtem Forschergeist wollen sie die Zusammenhänge der Welt begreifen. Sie beschäftigen sich daher zum Beispiel gerne mit Motorikbrettern und Zahnradspielen. Was passiert, wenn ich hier drehe oder das Zahnrad hierhin stecke? Beim Stapeln von Wackelsteinen oder beim Zwergenstapel erkunden sie die Schwerkraft. Auch in der Badewanne wird geforscht: Was schwimmt, was geht unter? Bleibt es so, wenn ich es wiederhole? Geben Sie Ihrem Forscherkind viele Möglichkeiten, den Dingen auf den Grund zu gehen. Die Wanne ist nicht nur zum sauber werden da. Auch alle möglichen Alltagsgegenstände können zu Forschungszwecken umfunktioniert werden. Lassen Sie Ihr Kind mit ungefährlichen Küchenutensilien experimentieren. Einstecken, Stapeln, Schütten, Geräusche produzieren: Sie werden staunen, wie kreativ Ihr Kind ist, wenn Sie seinem Entdeckerdrang Freiraum gewähren.

Auch wichtig: die allgemeine Entwicklung fördern

Wenn Ihr Kind eine besondere Begabung und ausgeprägtes Interesse an einer bestimmten Sache hat, ist wahrscheinlich ein anderer Bereich weniger ausgeprägt. Bei aller lustbetonter Förderung der Begabungen ist es wichtig, dass Sie auch das im Blick behalten. Ebenso relevant wie das Fördern der Begabung ist es, Dinge zu üben, die Ihrem Kind auffällig schwerfallen. Das heißt zum Beispiel: Ein Kind, das in sozialen Situationen unsicher ist, sollte nicht zurückgezogen mit Ihnen allein seine Tage verbringen. Besser ist es auf Spielplätzen aufgehoben, wo es in Ihrer sicheren Begleitung andere Kinder beobachten und seine Scheu überwinden kann. Für die anderen Bereiche gilt das genauso: Motorisch nicht so begabte Kinder sollten zu Bewegung motiviert werden, musikalisch unbegabte mit Musik in Berührung kommen. So können Sie neben der Begabungsförderung die allgemeine Persönlichkeitsentwicklung Ihres Kindes unterstützen.

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Zwei Kleinkinder beim Spielen

Ist mein Kind auffällig? Oder ist das normal?

Was ist eigentlich auffälliges Verhalten? Jona braucht immer noch Windeln, während alle Gleichaltrigen trocken sind. Rasmus beißt immer wieder andere Krippenkinder. Meryem spricht eigentlich nur mit den Eltern. Lina wirft sich täglich im Supermarkt wutschreiend auf den Boden. Alles Momente, in denen sich Eltern fragen können: „Ist das noch normal?“

Oft sind es auch Großeltern oder befreundete Elternpaare, die sorgenvoll meinen: „Ist das nicht auffällig, müsst ihr da nichts tun?“ Das kann Mütter und Väter verunsichern, besonders wenn man Berichte von immer mehr Kindern mit psychischen Problemen liest. Abgesehen davon, dass manche ungewöhnlichen Verhaltensweisen auch einfach anstrengend für die Familien sind. Was ist der richtige Umgang mit der Frage: „Ist mein Kind auffällig?“

Zwei Kleinkinder beim Spielen

Tipp 1: Auffälliges Verhalten? Nicht mit der Norm vergleichen

Der erste Tipp ist vielleicht der wichtigste. Vergessen Sie, was angeblich „normal“ ist! Unzählige Entwicklungstabellen à la „Das muss ihr Kind mit drei können“ vermitteln zwar, dass es das „normale Kind“ gibt, das genau zu einem fixen Zeitpunkt bestimmte Fähigkeiten vorweist. Aber das ist Unsinn, denn dabei geht es meist um den statistischen Mittelwert. Dass Kinder durchschnittlich mit so und so vielen Monaten sprechen können, heißt eigentlich, dass es die eine Hälfte vor dem Mittelwert, die andere danach lernt. Auch ist es völlig subjektiv, ob man das Verhalten eines Kindes als „lebhaft und kreativ“ oder „impulsiv und chaotisch“ begreift. Weil sich kleine Kinder sprunghaft entwickeln, kommt es immer wieder vor, dass lange aufgeschobene Entwicklungsschritte plötzlich innerhalb kürzester Zeit nachgeholt werden. Vergleichen Sie Ihr Kind daher nicht mit Durchschnittswerten, sondern schauen ihm besonders gut zu.

Tipp 2: Erst mal beobachten, nachfragen und nachdenken

Besonders gutes Beobachten ist ohnehin die erste Maßnahme, die Sie ergreifen sollten, wenn das Verhalten Ihres Kindes Ihnen Sorge bereitet. Denn Beobachtung ermöglicht es, Gründe für Verhaltensweisen zu finden: In welchen Situationen beißt Rasmus denn, in welcher Stimmung ist er dabei? Wie geht es Lina vor ihrem Wutausbruch im Supermarkt? Oft kann man für scheinbar „auffällige Verhaltensweisen“ simple Ursachen und Lösungswege finden. Vielleicht ist Rasmus durch den Lärm in der Krippe überfordert, vielleicht braucht Lina im Supermarkt nach dem anstrengenden Kita-Tag das Gefühl, dass es jetzt nur um sie geht. Manchmal hilft es schon, ein gemeinsames Spiel, wie zum Beispiel ein Bilderlotto, als tägliches Nachmittags-Ritual einzuführen. Und sich dann wirklich von nichts ablenken zu lassen. Erst wenn Eltern feststellen, dass bestimmte Verhaltensweisen auch auftreten, wenn man solche Momente verändert, ist weiteres Nachdenken angebracht.

Bilderlotto Packshot

Tipp 3: Mit anderen Expert:innen für Ihr Kind über das auffällige Verhalten sprechen

„Erlebt ihr das in der Krippe auch?“ Ein weiterer Tipp ist es, sich mit anderen Betreuungspersonen des Kindes auszutauschen. Schon um überrascht herauszufinden: Manche Dinge, mit denen das Kind daheim nervt, sind in der Krippe oder bei den Großeltern völlig unbekannt! Wenn sie aber doch auch dort auftreten, ist es gut, sich über den Umgang damit hier und dort auszutauschen. „Also wir gehen damit immer so um …“, könnten dann gute Tipps beginnen. Gut ist es, sich bei belastenden Verhaltensweisen über gemeinsame Strategien zu verständigen: „Wenn er wieder beißt, sagen wir klar ‚Nein!‘ und kümmern uns um das betroffene Kind“.

Tipp 4: Nicht über Schuld nachdenken

„Haben wir etwas falsch gemacht?“ Diese Frage stellen sich wohl alle Eltern, wenn das Kind auffällige Verhaltensweisen zeigt. Gewiss, grundsätzlich ist es gut, seine Rolle als Eltern zu reflektieren. Aber in den meisten Fällen ist es nicht hilfreich, zu viel über eigene Schuld nachzudenken. Schließlich gehört es zur Entwicklung jedes Kindes dazu, dass es neben vielen tollen Eigenschaften auch ein paar schwierigere Verhaltensweisen aufweist. Andersherum gehört es zur Elternrolle dazu, dass man eben nicht alles perfekt macht, sondern manchmal eine besonders aufmerksame Begleitperson des Kindes ist – und dann auch wieder nicht. Gerade wenn Eltern sich mit Erzieher, Kinderärztin oder Lehrerin austauschen, bringen Selbstvorwürfe wenig. Besser als der Blick zurück ist es, darüber nachzudenken, wie man das Kind jetzt unterstützen kann.

Tipp 5: Keine Angst vor Expert:innen

Zusammengefasst kann man raten: In den allermeisten Fällen entpuppen sich Sorgen über vermeintliche Auffälligkeiten des Kindes als übertrieben. Davon können Eltern mehrerer großgezogener Kinder Lieder singen. „Am Ende haben sie sich prächtig entwickelt“. Trotzdem lohnt es sich, bei Unsicherheiten den Gang zu Kinderärzt:in oder Psycholog:in zu wagen. Schließlich sind diese Expert:innen dafür da, bei berechtigter Sorge zu helfen und bei unnötiger Angst Mut zu machen. Ein klares „Da brauchen sie sich keine Sorgen machen“ tut gut. Fachliche Unterstützung, falls die Sorgen doch berechtigt sind, gibt ebenfalls Sicherheit. Und beides verhindert, dass Sie immer wieder angstvoll auf die scheinbar nicht „normgerechte“ Entwicklung des eigenen Kindes schauen, statt voller Stolz seinen ganz individuellen Weg zu begleiten.

Dies ist ein Artikel unseres Gastautors Michael Fink. Er ist als Dozent in der Fort- und Weiterbildung von Erzieher:innen und Lehrer:innen tätig, Mitbegründer einer pädagogischen Fachzeitschrift und Autor von über 50 pädagogischen Fachbüchern.

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Kinder spielen mit Arztkoffer von Selecta© – Sozialverhalten lernen Kinder Rollenspielenspiel

Wie Kinder Sozialverhalten lernen. So fördern Sie die Entwicklung von Sozialkompetenz bei Ihrem Kind

„So ein kleiner Egoist!“ Mit dem Beginn des Kitabesuchs, beim Kindergeburtstag oder auch beim Verwandtschaftsbesuch lernen viele Eltern eine neue Seite an ihrem Nachwuchs kennen. Sie erleben, wie ihr Kind auf andere Menschen außerhalb der Familie reagiert. Das kann ernüchternd sein. Denn viele kleine Kinder zeigen einen ausgesprochen robusten Umgang mit ihren Mitmenschen: Lea nimmt anderen Kindern Dinge weg, die sie haben will. Matteo schubst, wenn ihm jemand im Weg ist. Ben sagt niemals „Danke“ und Mila schlägt nach ihrer Erzieherin, wenn diese eine „Ansage“ macht. Das sind Momente, in denen sich Eltern fragen: Stimmt etwas nicht mit dem Sozialverhalten meines Kindes? Wie kann ich es bei der Entwicklung von Sozialkompetenz fördern?

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Sozialkompetenz ist nicht angeboren, sondern erlernt

Bringen manche Kinder einfach ein schlechtes Sozialverhalten mit? Die Antwort ist klar: Ein gutes Sozialverhalten gehört nicht zur Grundausstattung des Menschen bei der Geburt, sondern wird erlernt. Man könnte sagen: Jeder Mensch kommt mit schlechtestem Sozialverhalten zur Welt, als absoluter Egoist und Sturkopf. Erst die Erfahrungen, die man mit anderen Menschen macht, formen das soziale Verhalten. Dabei verhält es sich wie bei mancher Sportart: Je mehr Zeit man zum Trainieren hat, desto besser kommt man mit anderen Menschen klar.

Sozialverhalten lernt man nicht über Regeln

Was können Eltern tun, um das Sozialverhalten ihres Kindes zu fördern? Viele Mütter und Väter setzen vor allem darauf, ihrem Kind Regeln beizubringen, wie man mit anderen umgeht. Zum Beispiel: „Wenn man etwas geschenkt kriegst, sagt man ‚Danke‘!“ Aber der Weg mit dem Vermitteln von Benimm-Regeln führt nicht weit. Denn um den Sinn solcher Regeln zu verstehen, müsste das Kind vorher entsprechende Erfahrungen gemacht haben. Das bedeutet beim Beispiel mit dem Geschenk: Warum ‚Danke‘ sagen wichtig ist, versteht man erst, wenn jemand traurig ist, weil man sich nicht über sein Geschenk gefreut hat.

Sozialkompetenz lernen durch möglichst viele Begegnungen

Will man also sein Kind in puncto Sozialverhalten fördern, muss man es auf andere Menschen treffen lassen. Nur in Begegnungen mit Mitmenschen kann es erfahren, was es heißt, eigene Bedürfnisse mit denen der anderen abzugleichen. Oft sind das zunächst simple Erfahrungen mit Ursache und Wirkung: Wenn Lea Zeynep das Auto wegnimmt, guckt diese böse und will nicht mehr mit ihr zusammen spielen. Wenn Matteo andere Kinder schubst, weinen diese und werden getröstet, Matteo hingegen ermahnt. Kinder müssen erfahren: Wenn ich etwas Bestimmtes tue, tritt eine bestimmte Folge ein.

Sozialverhalten fördern durch Freiraum

Wichtig ist bei diesen Erfahrungen im Miteinander: Die Kinder brauchen für ihr „soziales Training“ Freiraum, auch zum Fehlermachen. Wachen Erwachsene immerfort mit Argusaugen darüber, dass kein Kind das andere schlecht behandelt, kann niemand echte Erfahrungen mit den Folgen bestimmter Verhaltensweisen machen. Es ist also gut, wenn der Nachwuchs im Kinderzimmer oder auf dem Kita-Spielplatz manchmal egoistisch und unfair miteinander umgeht. Denn genau dann trainieren die Kinder ihr Sozialverhalten! Unvermeidbar ist natürlich, jederzeit eingreifen zu können, wenn eins von ihnen wirklich Unterstützung braucht.

Sozialkompetenz erwirbt man durch Nachbereitung

Ebenso wichtig ist es, nach solchen Momenten, in denen es mit dem Sozialverhalten noch nicht geklappt hat, mit dem Kind zu sprechen. Denn gerade die ganz Kleinen verstehen kaum, warum eine Situation plötzlich eskaliert ist, nur weil am Anfang jemand geschubst hat. Statt mit dem Kind zu schimpfen, sollten Eltern also erst einmal gemeinsam aufarbeiten, was geschehen ist: „Warum, meinst du, ist Zeynep auf einmal wütend geworden?“, „Und weiß du, warum du dann plötzlich so sauer warst?“ Hat man gemeinsam herausgefunden, was geschehen ist, kann man zusammen Alternativen verabreden: „Beim nächsten Mal kannst du probieren, einfach Entschuldigung zu sagen“. Es ist gut, sich als Eltern darüber im Klaren zu sein: Mein Kind will anderen nicht wehtun, sondern mit ihnen gut klarkommen. Aber es braucht noch Hilfe dabei.

Holz roter Arztkoffer für Kinder mit Stethoskop, Fieberthermometer, Blutdruckmesser, Spritzer und Klopghammer

Sozialverhalten vertieft sich in gemeinsamen Spielen

Eines der besten Trainingsfelder für Sozialkompetenz ist das Spiel. Dabei kommt es darauf an, welche Spiele die Kinder spielen: Manche Spielzeuge, die eher für ein Kind allein konzipiert sind, fördern das Sozialverhalten kaum. Bei einem Spiel auf dem Tablet zum Beispiel spielt nur ein Kind für sich, und es gibt höchstens Streit, wer das Gerät benutzen darf. Wie viel besser sind Spiele, bei denen immer mehrere Kinder zusammen spielen müssen! Hier kommt es auf ein gutes Miteinander an. Ein tolles Beispiel ist der Arztkoffer von Selecta ®: Ein Kind ist leidender Patient, das andere mitfühlende Ärztin. Dass man den anderen beim Fiebermessen oder Abhören vorsichtig behandeln soll, merkt man spätestens beim Rollenwechsel. Und dass beim Abschied aus der Arztpraxis „Danke“ und „Auf Wiedersehen“ gesagt wird, schaut man sich von den Erwachsenen ab, deren Verhalten im Rollenspiel nachgeahmt wird.

Wenn zwei, drei oder vier Kinder zusammen spielen, zurückhaltend begleitet von Erwachsenen, entwickeln sie mehr Sozialkompetenz als im längsten Benimmkurs der Welt.

Dies ist ein Artikel unseres Gastautors Michael Fink. Er ist als Dozent in der Fort- und Weiterbildung von Erzieher:innen und Lehrer:innen tätig, Mitbegründer einer pädagogischen Fachzeitschrift und Autor von über 50 pädagogischen Fachbüchern.

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Kind mit einstürzendem Bauklotzturm lachend

Wie wird mein Kind resilient? 
Wie kann man Resilienz bei Kindern fördern?

Es gibt Menschen, von denen man sagt: „Die haut nichts um!“ Tatsächlich unterscheiden sich Erwachsene wie Kinder in Bezug auf ihre Fähigkeit, Krisen und Umbrüche zu meistern. Manche Menschen gehen aus schwierigen Lebensphasen gestärkt hervor. Andere haben es schon nach kleineren Rückschlägen schwer, wieder auf die Beine zu kommen. 
Wissenschaftler:innen nennen diese Fähigkeit, Krisen erfolgreich zu meistern, Resilienz. Denn zu jedem Leben gehören schwierige Phasen wie Trennungen, Umzüge, Unglücke, Todesfälle, Misserfolge. Deshalb ist es wichtig, die Resilienzfähigkeit schon bei Kindern zu fördern. Man muss Kinder fit machen, damit sie auch später in herausfordernden Situationen gut bestehen.

Kind mit einstürzendem Bauklotzturm lachend

Wie entsteht Resilienz?

Um zu verstehen, wie man die Resilienzfähigkeit fördern kann, lohnt sich ein Blick in die Wissenschaftsgeschichte. Wie wurde Resilienz entdeckt? Zur Analyse dieser Fähigkeit betrachteten Wissenschaftler:innen die Biografien von Menschen, die unter schwierigen Bedingungen aufgewachsen waren. Sie verglichen: Worin unterschied sich das Leben von Menschen, die trotz schlechter Startbedingungen später Erfolg im Leben hatten, von dem Lebensweg derjenigen, die bei gleicher Ausgangslage nicht erfolgreich waren? Der wichtigste Unterschied war, dass die „widerstandsfähigen“ Menschen in der Kindheit mindestens eine feste Bezugsperson hatten, die zu ihnen stand. Jemand, der sie förderte und ihnen vermittelte: Du bist etwas wert! Das klingt logisch, denn wenn ich erlebe, dass jemand jederzeit „an mich glaubt“, gibt mir das Selbstvertrauen für schwierige Zeiten.

Ohne Wertschätzung kein Selbstvertrauen

Was brauchen Kinder, um resilient zu werden? Die wichtigste Bedingung ist wohl, dass Eltern und andere wichtige Bezugspersonen das Kind spüren lassen: Wir glauben an dich, wir trauen dir etwas zu. Statt viel zu warnen und zu kritisieren, sollten Eltern dem Kind einen Vertrauensvorschuss geben, wenn es neue Dinge ausprobiert. Das bedeutet natürlich nicht blindes Vertrauen und unangebrachtes Lob. Denn dadurch würde sich das Kind selbst zu viel zutrauen – und durch Misserfolge schmerzvoll erfahren, dass es die eigenen Fähigkeiten wohl überschätzt hat. Sinnvoll ist dagegen ein Mix aus Zutrauen und Beratung: „Wir wissen, dass du das schaffst. Und wenn du willst, haben wir Tipps für dich, wie es klappen kann!“

Ohne Herausforderung kein Selbstvertrauen

Wenn Menschen durch das Bewältigen schwieriger Lebensumstände resilient werden können, heißt das im Umkehrschluss: Ohne herausfordernde Momente im Leben fehlt der Resilienz der Trainingsplatz. Tatsächlich bieten die Lebensumstände von Kindern in unseren Breiten oft wenig echte Herausforderungen. Viele von ihnen wachsen (zum Glück!) in finanziell abgesicherten Verhältnissen auf, werden vor den allermeisten Gefahren geschützt und in Kita, Schule und Verein sind fast immer Erwachsene zur Stelle, um ihnen über alle Hürden zu helfen. Wer sein Kind in puncto Resilienz fördern will, sollte ihm daher echte Herausforderungen gestatten und zumuten.

Das kann die Erlaubnis sein, den Küchentisch zu erklettern, vielleicht ein Besuch im dunklen Keller, ein eigentlich für Größere gedachtes Ballspiel. Oder die erste Tour mit dem Dreirad, bei der das Kind spürt: Wenn ich das schaffen will, darf ich jetzt nicht aufgeben, sondern muss mich anstrengen. Genauso gut eignen sich auch Geschicklichkeitsspiele wie das Stapelspielzeug „Zwergenstapel“ zum Training der Widerstandsfähigkeit: Schaffe ich es, einen Turm zu stapeln, der nicht umkippt? Wichtig ist, dass der Spielerfolg nicht ohne Anstrengung erreicht werden kann – und manchmal fern erscheint. Denn genau dann, wenn das Kind die Zähne zusammenbeißt und nach kurzem Schimpfen wieder in die Aufgabe vertieft, entsteht Resilienz: Das schaffe ich!

Holz Stapelspiel bunte Zwerge

Ohne Fehler keine Frustrationstoleranz

Aus Fehlern wird man nicht nur klug, sondern auch widerstandsfähig. Echte Herausforderungen im Leben sind die bei denen der Erfolg nicht garantiert ist. Zur Resilienz gehört es, Misserfolge wahrzunehmen und zu akzeptieren. Schon, um daran zu erkennen, was man beim nächsten Mal anders machen könnte … Hier kommen wieder die Eltern als sensible Begleitung ins Spiel. Sie sind gefragt, wenn die Fahrradtour oder der Geigenauftritt in die Hose gegangen sind, um mit dem Kind zu überlegen: Woran lag es? Warum war es trotzdem toll, es ausprobiert zu haben? Über welches Missgeschick kann man im Nachhinein lachen?

Auch Wut gehört dazu

„So ein verd***er Mist!“ Vielleicht am schwersten bei der Begleitung von Kindern fällt es Eltern, angesichts von Misserfolgen mit deren Wut umzugehen. Denn Kinder, die sich etwas zugetraut haben und damit doch scheitern, können furchtbar wütend werden! Aber genau das ist notwendig, sagen Resilienz-Forscher:innen, um stark aus Misserfolgen herauszugehen. Denn durch Schimpfen, Zetern und Toben ruckelt das Kind sein durch den Misserfolg angeschlagenes Selbstwertgefühl wieder zurecht. Würde man Kindern lautes Fluchen oder Heulen verbieten, bekämen sie das Gefühl: Diese Emotion ist nicht erlaubt, ich liege in meiner Wahrnehmung der Situation verkehrt. Eltern, die ihr Kind widerstandsfähig gegen Misserfolge machen wollen, geben also dessen Wut Raum, bis sie verraucht ist. Um dann vorzuschlagen: Na, probieren wir es noch einmal?

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Baby mit Nachziehhase Hanna Hoppel von Selecta©

Wann geht unser Kind in die Kita? Tageseltern, Krippe, Kindergarten: Was sind die Unterschiede?

Ab wann soll unser Kleinkind in die Kita gehen? Gerade mit Kindern unter drei Jahren kann einem diese Frage Kopfzerbrechen bereiten. Schon, weil bei der Auseinandersetzung so viele Wünsche und Meinungen auf die Eltern von Kleinkindern einprasseln: Die Arbeitsstelle drängelt, dass man bald in den Job zurückkommt. Manche befreundeten Familien berichten von geglückten Eingewöhnungen. Andere kennen Horrorgeschichten von überforderten und ständig kranken Kindern. Und die Großeltern sagen vielleicht: Früher war es normal, mit dem Kind zu Hause zu bleiben. Gar nicht leicht, den eigenen Standpunkt zu finden!

Baby mit Nachziehhase Hanna Hoppel von Selecta©

Am Anfang wichtig: Eine feste Bezugsperson!

Was sagen Expert:innen dazu? Den einen „richtigen Zeitpunkt“, um ein Kind in die Kita zu geben, gibt es nicht. Studien haben zwar gezeigt, dass besonders Kinder unter 18 Monaten eine feste Bezugsperson brauchen, die sich intensiv um sie kümmert. Aber das muss natürlich nicht unbedingt die Mutter oder der Vater allein sein. Genauso können Großeltern, andere Verwandte und eben auch Erzieherinnen und Erzieher, Tagesmütter und Tagesväter diese Aufgabe übernehmen. Wichtig ist, dass das Kind spürt: Es gibt jemanden, der für mich da ist. Jemand hat Zeit, mit mir zu spielen und meine Entdeckung der Welt aufmerksam zu begleiten.

Wer hat die meiste Zeit für mein Kind?

Eltern können sich also selbst befragen: Habe ich genug Zeit für das, was mein Kind braucht? Kann ich mit ihm auf dem Boden sitzen und spielen, Spielplätze besuchen, mit ihm Malfarben ausprobieren, andere Kinder treffen? Wer sich unsicher ist, ob er das neben den vielen Aufgaben im Alltag junger Familien leisten kann, sollte über ein paar Stunden Tageseltern oder Kita nachdenken. Denn dort haben die Pädagog:innen nichts anderes zu tun, als sich intensiv um die Förderung der Kinder zu kümmern. Die Kinder halten sich in Räumen auf, die entsprechend ihren Bedürfnissen gestaltet sind. Und die sie treffen zum ersten Mal auf Gleichaltrige, mit denen sie gemeinsam die Welt entdecken.

Krippe, Kita, Tageseltern – was ist der Unterschied?

Wer sich für die Betreuung des Kindes entscheidet, steht vor neuen Fragen: Welche Art von Einrichtung passt zur Familie? Grundsätzlich stehen in vielen Orten unterschiedliche Betreuungsmöglichkeiten zur Verfügung: Bei Tageseltern kümmert sich eine Tagesmutter oder ein Tagesvater um höchstens eine Handvoll Kinder. Weil das meist in deren Wohnräumen stattfindet, ist eine familiäre Atmosphäre garantiert. Von einer Kinderkrippe spricht man, wenn Kinder unter drei in einer gemeinsamen Gruppe betreut werden, oft in eigenen Häusern. Der Vorteil ist, dass die Erzieherinnen und Erzieher natürlich besonders gut die Bedürfnisse dieser Altersgruppe im Blick haben. Außerdem gibt es Kitas, bei denen Kinder unter drei in einer altersgemischten Gruppe integriert sind. Positiv daran ist, dass die Kleinen sich an älteren Kindern orientieren können. Nachteilig kann sein, dass der Alltag in solchen gemischten Gruppen manchmal ganz schön trubelig ist.

Holzspielzeug in einer Krippe

Welche Einrichtung passt zu uns?

Wie entscheidet man sich bei diesem Angebot für die richtige Betreuungsform? Bei der Auswahl zwischen Tagespflege und Krippe oder Kita hilft es, das eigene Kind zu beobachten: Findet es andere Kinder besonders spannend? Oder sucht es eher bei Erwachsenen nach Sicherheit? Sozial „interessierte“ Kinder passen besser in die Kita oder Krippe, mehr Sicherheit bei Erwachsenen bieten Tageseltern.

Daneben ist es mindestens genauso wichtig, beim Vorstellungsbesuch in der Einrichtung etwas über die sogenannte „Betreuungsqualität“ herauszufinden. Denn hier gibt es große Unterschiede bei den folgenden Fragen: Wie viele Erzieher:innen kümmern sich um wie viele Kinder? Arbeiten dort immer die gleichen Kolleg:innen – oder wechselt das Team ständig? Welche pädagogischen Grundsätze haben die Tageseltern oder Erzieherinnen und Erzieher? Und wie viel Mitsprachemöglichkeit haben wir als Eltern dort?

Was braucht mein Kind, um gut anzukommen?

Wenn die Einrichtung ausgewählt wurde und der erste Tag bevorsteht, kommen neue Fragen auf: Wie kann ich meinem Kind helfen, gut in Krippe, Kita oder Tagespflege anzukommen? Vieles klärt sich mit dem Eingewöhnungskonzept der Einrichtung: Hier ist festgelegt, mit welchen Schritten sich Ihr Kind an seinen neuen Aufenthaltsort gewöhnen kann.

Darüber hinaus können Ihnen die folgenden 4 Tipps für den Start in die Betreuung helfen:

1. Nehmen Sie sich Zeit für Kennenlern-Gespräche mit den Betreuer:innen: Erzählen Sie den Tageseltern oder Erzieher:innen offen und detailliert, über Besonderheiten und Bedürfnisse Ihres Kindes. Je besser die zukünftigen Betreuer:innen Ihr Kind kennen, desto leichter fällt es ihnen, ihm ein sicherer Hafen zu sein.

2. Planen Sie ausreichend Zeit für „Rückschläge“ in den ersten Wochen ein: Es ist ganz normal, dass sich am Anfang in Krippe und Co. gute und schlechte Tage abwechseln. So wird es vorkommen, dass Ihr Kind nach anfänglicher Begeisterung plötzlich keine Lust auf die neue Gruppe hat. Typisch für die ersten Wochen sind auch viele Infekte, die das Kind von seinen neuen Spielgefährten mitbringt. Es wird also am Anfang immer wieder Tage geben, an denen Ihr Kind zu Hause bleiben muss. Wenn Sie das vorher einplanen, entsteht kein unnötiger Druck auf Sie – und Ihr Kind.

3. Denken Sie auch darüber nach, was die Eingewöhnung für Sie selbst bedeutet: Nicht nur Ihr Kind muss sich umgewöhnen – auch für Sie als bisherige alleinige Betreuungsperson ändert sich vieles. Es tut gut, sich klarzumachen, dass jetzt eine schöne Zeit zu Hause zu Ende geht – und eine neue, spannende Zeit für Ihr Kind beginnt. Viele Kinder reagieren verunsichert, wenn Mama oder Papa es mit widerstrebenden Gefühlen abgeben. Ihre Klarheit über Ihre Gefühle hilft Ihrem Kind dabei, sich mutig auf die neue Zeit einzulassen.

Holz bunter Nachziehhase mit Glocke

4. Geben Sie Ihrem Kind etwas von zu Hause mit: So spannend es in Krippe und Co. für Ihr Kind zugeht, braucht es auch Momente der Rückbesinnung. Dabei helfen Ihrem Kind „Souvenirs“ von zu Hause. Geben Sie ihm sein Lieblingsspielzeug mit. Wenn die geliebte Hanna Hoppel dabei ist, fällt die Umgewöhnung gleich leichter. Ein toller Helfer kann ein Fotobüchlein sein, mit 5, 10 Bildern von Familienmitgliedern und Lieblingsecken daheim, das Ihr Kind immer mal wieder durchblättern wird. Mindestens genauso wichtig ist ein Kuscheltier, das Ihr Kind am Tag in Krippe oder Tagespflege begleitet. Wer mag, gibt noch einen Tropfen von Mamas Parfüm darauf: So riecht zu Hause.

Dies ist ein Artikel unseres Gastautors Michael Fink. Er ist als Dozent in der Fort- und Weiterbildung von Erzieher:innen und Lehrer:innen tätig, Mitbegründer einer pädagogischen Fachzeitschrift und Autor von über 50 pädagogischen Fachbüchern.

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Kleinkind mit Steckspiel: das übt die rustrationstoleranz

Wutanfälle bei Kindern: dahinter steckt oft Frust – Wie Kleinkinder Frustrationstoleranz lernen

„Unsere Tochter ist sehr ehrgeizig!“ Schön, wenn man sich als Eltern über Kinder freuen kann, die sich voller Engagement auf all die Dinge einlassen, die man im Leben lernen kann! Leider hat die Sache mit dem Ehrgeiz oft eine Schattenseite. Egal ob es um Laufen lernen, Fahrrad fahren oder Puzzeln geht, können sich ehrgeizige Kinder furchtbar aufregen. Wutanfälle beim Kleinkind gehören in manchen Phasen zur Tagesordnung. Wenn sich der Erfolg nicht schnell einstellt, wird geschimpft und geheult wird. Spätestens wenn aus Frust Malbecher umgekippt oder Streit mit Geschwistern entfacht wird, fragen sich Eltern besorgt: Wie umgehen mit dem Frust des Kindes? Zulassen oder eingreifen? Und ist diese Wut noch „normal“?

Kleinkind mit Steckspiel: das übt die rustrationstoleranz

Ohne Frust-Moment keine Frustrationstoleranz

Muss man zulassen, wenn sich ein Kind aufregt, weil es frustriert ist? Andersherum gefragt: Wäre es besser, wenn das Kind seinen Frust nicht so ausleben würde? Auf keinen Fall. Denn die Fähigkeit, mit Misserfolgen umzugehen, ist ein äußerst wichtiges Lernfeld. Vielleicht ist es sogar wichtiger als die Dinge, die das Kind gerade können möchte. Weil kein Mensch mit der Kompetenz geboren wird, Misserfolge ungerührt einzustecken, muss Ihr Kind es diese Fähigkeit namens „Frustrationstoleranz“ erst erwerben. Und die lernt es natürlich nicht, ohne diese Erfahrung zu durchleben – mit allen unschönen Seiten. Misserfolge beim Spiel oder Lernen sind also die Basis, um Frustrationstoleranz zu erwerben.

Fragen Sie Ihr Kind: Warum warst du so wütend?

Also einfach das Kind immer mal wieder Frust erleben lassen? Vorsicht: Ohne Unterstützung können Frust-Erlebnisse auch zu Resignation führen. Kinder lernen nur aus Frust-Momenten, wenn man sie mit ihnen reflektiert und auswertet. Das heißt: Sprechen Sie mit dem Kind, nachdem der große Ärger verzogen ist, über die durchlebten Gefühle. „Was hat dich so aufgeregt? War es gut, mit dem Fuß aufzustampfen, zu schimpfen?“ Sprechen Sie auch darüber, wie es Ihnen oder anderen Beteiligten ging. Warum werden andere Menschen ängstlich oder sauer, wenn ein frustriertes Kind sich einfach nur über sich ärgert? Schlagen Sie vor, was Ihr Kind tun kann, bevor aus einem Einzel-Frust gemeinsamer Streit entsteht. Stecken Sie vielleicht auch eine Regel ab: Wütendes Toben ist erlaubt, Kaputtmachen und anderen wehtun nicht. Ergebnis solcher Gespräche kann die Einsicht sein: Sich ärgern, wenn was nicht klappt, ist ok. Es soll aber niemand anders darunter leiden.

Holz Sortierspiel mit bunten Bauklötzen und komplexen Formen

Was tun, wenn die Wut groß ist?

Aber setzen Sie nicht zu früh auf weise Worte und Reflexionsbereitschaft! Während des Wutanfalls sollten Sie Ihrem Kind – wenn es nicht etwas Gefährliches dabei tut! – Raum für seinen Frust lassen. Kinder mögen es genau wie Erwachsene nicht, intensive Gefühle auf Knopfdruck zu regulieren, und natürlich beherrschen sie das viel schlechter als die Großen. Meistens tut es gut, das Kind von Ferne zu beobachten, um zu signalisieren: Du darfst dich auf deine Weise ärgern. Und wenn die Wut verraucht ist, wird alles wieder gut.

Frust-Momente präventiv vermeiden?

Sollte man vielleicht solche Momente, wo der Frust sich immer wieder entzündet, vermeiden? Auf diese Frage kann man zwei Antworten geben: Natürlich gibt es Momente, in denen Frust entsteht, weil man sich unerreichbare Ziele gesetzt hat. Weil Kinder schlecht einschätzen können, was sie entwicklungsmäßig schon beherrschen können, ist hier manchmal ein Tipp sinnvoll: „Ich glaube, das ist wirklich zu schwer für dich“. Aber daneben gibt es auch viele Herausforderungen, an denen sich das Kind ewig und intensiv abarbeitet, um nach durchaus frustrierenden Zwischenphasen mit Erfolg belohnt zu werden. Typische Beispiele sind Schwimmen und Radfahren lernen, genauso vielleicht Klettern, komplizierte Kreativ-Techniken oder Fußballtricks. Hier lohnt es sich, Ihrem Kind möglichst viele solcher Herausforderungen zu ermöglichen, damit es seinen Ehrgeiz ausleben kann. Natürlich sind auch Spiele, die motorische oder kognitive Herausforderungen beinhalten, ein gutes Frustrationstoleranz-Training.

Holz Stapelspiel bunte Zwerge

So geht es mir, wenn ich frustriert bin

Wie geht es mir eigentlich bei Frust? Vielleicht der wichtigste Tipp ist es, Ihrem Kind zu vermitteln, wie Sie Ihre eigenen Frust-Momente durchleben. Es ist für Kinder oft hochinteressant, zu erfahren: Die scheinbar perfekten Erwachsenen, die alles zu wissen und Gefühle im Griff zu haben scheinen, geraten oft genauso „außer sich“ – nur zeigen sie es oft nicht so deutlich. Berichten Sie also Ihrem Kind, wann Sie sich furchtbar aufregen, gerne Dinge zerknüllen und am liebsten mit sich schimpfen möchten, weil Ihnen etwas partout nicht gelingt. Ihr Kind lernt dabei dreierlei: Erstens gehört Frust auch für Erwachsene dazu. Zweitens kann sich Ihr Kind manche Ihrer Tricks zur Frustbewältigung abschauen. Drittens versteht es Sie besser, wenn Sie mal wütend und frustriert sind: „Mama oder Papa sind nicht wütend auf mich, sondern sauer, weil wieder mal die Nudelsoße angebrannt ist – aber bald wird wieder alles gut.“

 

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Mutter und Baby sehen sich an

Das Baby verwöhnen: Kann das schädlich sein? Ursprünge des Tyrannen-Mythos’

Wir alle kennen Kinder, die uns unsympathisch oder egoistisch erscheinen. Auf keinen Fall wollen wir selbst dazu beitragen, dass unser eigenes Kind sich zu einem unangenehmen, verzogenen Zeitgenossen entwickelt. „Wenn du das Baby verwöhnst, tanzt es dir später auf der Nase herum!“ „Lass es ruhig mal schreien, es muss lernen, dass du nicht immer verfügbar bist!“ Diese und ähnliche gut gemeinte Ratschläge bekommen viele frisch gebackene Eltern. Insbesondere von den Großeltern kommen solche Aussagen. Ältere Generationen haben verinnerlicht, dass ein Baby „sich selbst beschäftigen“ muss und „lernen, dass es nicht bestimmt“. Die jungen Eltern hingegen können es kaum aushalten, ihr Baby weinen zu sehen. Der Instinkt sagt, dass es sofort beruhigt werden muss. Woher stammen diese gegensätzlichen Ideen?

Mutter und Baby sehen sich an

Die Natur des Menschen

Neugeborene sind völlig hilflos und somit auf ihre Bezugspersonen angewiesen. Ein Baby, das irgendwo abgelegt wurde, lief in der Urzeit Gefahr, gefressen zu werden. Ein allein gelassenes Neugeborenes weint, weil es ohne Erwachsene nicht überleben kann. Die Bezugspersonen halten es im Gegenzug kaum aus, wenn ein Baby schreit. Die Tonlage stimuliert etwas tief im Inneren, das nur schwer zu ignorieren ist. Intuitiv nehmen sie das Baby hoch, wiegen und trösten es, versuchen es zu beruhigen. Auch wenn Ihr Kind heute nicht mehr von Fressfeinden bedroht wird, braucht es Körperkontakt und Nähe, um sich sicher zu fühlen. Hat es diese Sicherheit nicht, führt das zu Stress und Unruhe.

Die alte Sorge: Das Baby verwöhnen

Die Erzählung vom „verwöhnten Baby“ stammt ursprünglich aus Zeiten, in denen Gehorsam und Unterwürfigkeit gegenüber Obrigkeiten erwünschte Erziehungsziele waren: Zur NS-Zeit wurde in dem weitverbreiteten Erziehungsbuch „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“ von der Autorin Johanna Haarer zu harten Methoden geraten und vor dem Heranziehen eines „unerbittlichen Haustyrannen“ gewarnt. Das Baby soll zum Beispiel laut ihrer Empfehlung, wenn es weint, an einem stillen Ort alleine gelassen werden, und erst zur nächsten Mahlzeit wieder Aufmerksamkeit bekommen. Sie bezeichnet das Schreien und Schreienlassen als „Kraftproben“ zwischen Mutter und Kind. Wenn diese überstanden seien, sei das Problem gelöst. Tatsächlich lernen Babys durch eine solche Behandlung schnell, dass sie machtlos sind, ignoriert werden und ihre Bedürfnisse nach Nähe, Geborgenheit und Zuwendung nicht erfüllt werden. Zu der Zeit, als das Buch geschrieben wurde, war das erwünscht, denn die Kinder sollten als künftige Soldaten abgehärtet sein. Sie sollten gehorchen, keine eigene Meinung vertreten und nicht zu eng an die Mutter gebunden sein. Doch eine gute Beziehung zu den Eltern, Vertrauen in die eigenen Gefühle und Selbstbewusstsein konnten sich mit diesen Methoden nur schwer entwickeln.

Sie können Ihr Baby nicht genug verwöhnen

Hören Sie auf Ihre Intuition. Lassen Sie Ihr Neugeborenes nicht mit seinen Bedürfnissen allein. Für eine gute Eltern-Kind-Beziehung ist das hinderlich. Eine sichere Bindung, die die Basis für eine gesunde sozial-emotionale Entwicklung Ihres Babys ist, braucht Nähe und Zuwendung. Ärzt:innen, Hebammen und die Forschung sind sich heute einig: Ein Baby sofort zu versorgen, es zu trösten und sich ihm mit viel Körperkontakt und Ansprache zuzuwenden, helfen ihm, eine vertrauensvolle Beziehung zu seinen Bezugspersonen aufzubauen. Babys, die so versorgt werden, sind zufriedener und können ein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln. Verwöhnen Sie Ihr Baby also mit ruhigem Gewissen, soviel Sie wollen. Es tut ihm gut.

Wann wird Verwöhnen problematisch?

Ein negatives Verwöhnen beginnt da, wo Eltern ihrem Kind dauernd etwas abnehmen, das es selbst schon kann. Bei einem Neugeborenen ist das folglich nicht möglich. Bei größeren Babys und Kleinkindern sieht das etwas anders aus. Auch sie sind noch auf uns Erwachsene angewiesen, um ihre Bedürfnisse zu erfüllen (lesen Sie dazu auch unseren Artikel zur Bedürfnisorientierten Erziehung). Aber sie sollten die Möglichkeit bekommen, ihrem zunehmenden Verlangen nach Autonomie und eigener Entscheidung nachzugehen und ihre Fähigkeiten einzusetzen. Wenn die Erwachsenen alles für sie machen und sie vor allen negativen Erfahrungen bewahren wollen, geht das nicht. Wenn Ihr Kind beim Spielen zum Beispiel mit einer Sortierbox frustriert ist, weil es noch nicht klappt, müssen Sie nicht sofort herbeieilen und ihm helfen. Vielleicht findet es noch selbst heraus, wie es geht. Wenn nicht, und der Frust zu groß wird, können Sie ihm helfen, die Wut auszuhalten und zu überwinden.

Holz bunte Sortierbox mit verschieden farbigen Bauklötzchen

Grenzen akzeptieren lernen und Frustrationstoleranz aufbauen

Das Kind lernt dabei auch, dass es Grenzen gibt, die es nicht überschreiten kann oder darf. Und dass nicht jeder Wunsch in Erfüllung geht. Sei es, weil es etwas noch nicht kann, das es selber machen möchte, oder weil die Erwachsenen etwas nicht wollen. Das brauchen Sie Ihrem Kind nicht extra beizubringen, indem Sie künstliche Situationen inszenieren. Solche Momente ergeben sich im Alltag automatisch: Wenn das Baby kurz warten muss, bis Sie die Einkäufe getragen haben. Wenn es bestimmte Dinge nicht haben darf, weil sie gefährlich sind oder kaputt gehen könnten. Oder wenn Sie aufbrechen müssen und das Kleinkind sich anziehen muss, obwohl es gerade ins Spiel vertieft ist und lieber weiter Wackelsteine stapeln möchte. Dann ist es wichtig, dass Sie klar sind und nicht über Ihre eigenen Grenzen gehen, um dem Wunsch des Kindes nachzukommen. Die Herausforderung für uns Erwachsene liegt darin, das wütende oder frustrierte Kind gleichzeitig emphatisch zu begleiten und ruhig und gelassen die eigenen Grenzen zu vertreten.

Holz Stapelspiel mit bunten Wackelsteinchen

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lachendes Baby auf dem Schoß einer Frau

Was ist Bedürfnisorientierte Erziehung bei Babys und Kleinkindern? Warum ist sie sinnvoll? Und wie geht das?

Die Grundannahme der Bedürfnisorientierten Erziehung ist diese: Die Erfüllung der Grundbedürfnisse ist wichtig für eine gesunde körperliche und emotionale Entwicklung. Wenn die Bedürfnisse nicht befriedigt werden, führt das zu Stress. Ist das ein andauernder Zustand, erhöht sich sogar das Risiko, psychisch zu erkranken. Auch Babys und Kinder haben dieselben Grundbedürfnisse wie Erwachsene. Aber sie können nur sehr begrenzt selber dafür sorgen, dass sie erfüllt werden. Die Bezugspersonen tragen die Verantwortung dafür, dass ihr Kind sich gesund entwickeln kann. Deshalb müssen sie bei allem, was sie tun, die Bedürfnisse des Kindes berücksichtigen.

lachendes Baby auf dem Schoß einer Frau

Was sind die Grundbedürfnisse von Babys und Kleinkindern?

Einige Bedürfnisse liegen klar auf der Hand: Wir müssen essen, brauchen Kleidung und Wärme, ein Dach über dem Kopf und müssen schlafen. Daneben gibt es aber auch emotionale Grundbedürfnisse, die wichtig für eine gesunde Entwicklung sind. Die bedeutendsten sind die Bedürfnisse nach Sicherheit, nach Zugehörigkeit und Bindung. Aber auch das Bedürfnis nach Autonomie und Selbtstwertsteigerung, nach Spontanität und Freiheit im Ausdruck von Emotionen gehören dazu. Und was heißt das nun für den Umgang mit Baby und Kleinkind?

Babys und Kleinkinder sind für die Bedürfniserfüllung auf Erwachsene angewiesen

Bei Neugeborenen ist es eindeutig: Sie sind abhängig von ihren Bezugspersonen. Auch ihre Möglichkeit sich zu äußern ist eingeschränkt. Zum Glück leiten uns unsere Instinkte normalerweise sehr gut. Wir nehmen Blickkontakt auf, sprechen leise mit dem Baby und wiegen es hin und her. Wenn es wach ist, spielen wir mit ihm, ziehen Grimassen und bestaunen gemeinsam das erste Spielzeug. Ein weinendes Baby nehmen wir selbstverständlich auf, trösten es und versuchen herauszufinden, was es braucht. Die Bedürfnisorientierte Erziehung geht davon aus, dass das Baby und Kleinkind für sein Verhalten Gründe hat, die in seinen Bedürfnissen zu suchen sind. Ihre Erfüllung ist wichtig, damit das Kind ein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln kann.

Ringellino klappernder Greifling aus Massivholz

Woher kommen die Ratschläge und Warnungen?

Früher war es weit verbreitet, wenn das Baby satt und sauber war, weiteres Weinen zu ignorieren und beim Füttern einen 4-Stunden-Takt einzuhalten. Bedürfnisse galten nur als „echt“, wenn sie körperlicher Natur waren. Diese Praxis und der Ratschläge zum Ignorieren und sogar zu körperlicher Züchtigung, stammen ursprünglich aus alten Zeiten (Stichwort: Schwarze Pädagogik). Wie wir heute wissen, ist das für die emotionale Entwicklung von Säuglingen und Kleinkindern ungesund. Diese Ratschläge wurden aber lange Zeit weitergegeben: in abgemilderter Form bis in die 1970er-Jahre und sogar darüber hinaus. Fast alle Eltern in diesen Generationen haben so gehandelt und auf den Rat von Kinderärzt:innen und aus Büchern vertraut. Daher sind diese Methoden als „altes Wissen“ in unserer Gesellschaft tief verankert. Und es funktioniert ja auch, der Säugling wird irgendwann ruhig. Inzwischen weiß man aber: Es ist keine „Machtprobe“, auch wenn es sich so anfühlen kann. Das Baby lernt dabei, dass seine Bedürfnisse nicht wichtig sind, dass seine Äußerungen nicht gehört werden und gibt innerlich auf. Daher „funktionieren“ auch so genannte Schlaflernprogramme, denn sie basieren ebenfalls auf dem Prinzip. Sie werden teilweise heute noch empfohlen.

Grundbedürfnisse von Babys müssen schnell erfüllt werden.

Ein Säugling hat noch kein Zeitgefühl. Daher ist es wichtig, dass Sie sich ihm sofort zuwenden, wenn er weint. So lernt das Baby, dass es sich auf Sie verlassen kann. Das heißt nicht, dass Sie eingeschäumt aus der Dusche springen müssen, wenn Sie mit Ihrem Kind allein sind und es anfängt zu weinen. Aber Sie sollten es nicht absichtlich warten lassen. Auch wenn das Baby ein Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit, nach Zuwendung und Ansprache hat, ist es wichtig, dieses Bedürfnis zu erfüllen. So merkt es, dass es sicher versorgt ist und dass seine Lautäußerungen, dass es etwas braucht, gehört werden. Auch Kleinkinder sind auf uns angewiesen. Mit zunehmendem Alter, motorischen und sprachlichen Fähigkeiten nehmen die Möglichkeiten zu, die ein Kind zur Verfügung hat, um selbst für seine Bedürfniserfüllung zu sorgen. Auch kurzes Warten ist manchmal schon möglich.

Empathie und Verständnis statt Machtspiel-Gedanken

Babys und Kleinkinder machen Dinge, die uns stören, nicht um uns zu ärgern. Auch der verbreitete Gedanke, das Kind wolle „seinen Willen durchsetzen“ oder „Grenzen austesten“ ist Quatsch. Denn dafür müsste das Kind sich in sein Gegenüber hineinversetzen und strategische Überlegungen anstellen können. Dazu sind Babys und Kleinkinder schlicht noch nicht in der Lage. Diese Fähigkeiten erlangen Kinder erst langsam ab einem Alter von etwa vier Jahren. Wenn Ihr Kind etwas tut, das es nicht soll, versuchen Sie daher zu verstehen, welches Bedürfnis dahinter steckt. Reagieren Sie auf unangemessenes Verhalten gewaltfrei und ohne Strafen. Versuchen Sie vielmehr, Ihr Kind emphatisch und achtsam zu begleiten. Welches Bedürfnis hat zu diesem Verhalten geführt?

Die Motive hinter dem Verhalten verstehen

Insbesondere wenn Kleinkinder wütend sind, fällt es uns Erwachsenen schwer, das auszuhalten und liebevoll-empathisch zu reagieren. Die Wut des Kindes macht uns ratlos und oft ebenfalls ungehalten. Aber ein Kleinkind mit einem Wutanfall erlebt heftige Gefühle, die es nicht alleine bewältigen kann. Auch wenn der Auslöser aus Erwachsenensicht eine „dumme Kleinigkeit“ ist (so in einem Elternforum zu lesen), fühlt sich die Situation in diesem Moment für Ihr Kind schrecklich an. Und es braucht Sie! Versuchen Sie herauszufinden, was es so wütend macht. Ist es Frust, weil etwas noch nicht klappt? Wut, weil es etwas nicht haben darf? Musste es sein Spiel unterbrechen, weil es sich anziehen soll? Helfen Sie ihm, seine Gefühle zu benennen und einzuordnen. Versuchen Sie es zu trösten, wenn es das zulässt. So wird es nicht mit diesen überwältigenden Emotionen alleine gelassen. Nach und nach wird es lernen, seine Gefühle selber auf angemessene Weise auszudrücken.

„Hätte ich mich selbst gerne als Elternteil?“

Diese Frage kann Ihnen bei der Bedürfnisorientierten Erziehung helfen, sich in das Kind einzufühlen und angemessen zu handeln. Fragen Sie sich: Wie fühlt sich das jetzt aus seiner/ihrer Perspektive an? Was braucht mein Kind jetzt von mir, auch wenn ich selbst als Erwachsener das nur schwer nachvollziehen kann? Das heißt nicht, dass das Kind alles bekommen muss, was es gerade will. Es bedeutet, dass Sie eine Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Kind anstreben, bei der klar ist: „Ich bin richtig und du bist richtig, zu jeder Zeit. Auch wenn wir verschiedene Dinge wollen. Ich sehe und erkenne dich. Du kannst dich auf mich verlassen. Ich bin da und begleite dich.“

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