lachendes Baby auf dem Schoß einer Frau

Was ist Bedürfnisorientierte Erziehung bei Babys und Kleinkindern? Warum ist sie sinnvoll? Und wie geht das?

Die Grundannahme der Bedürfnisorientierten Erziehung ist diese: Die Erfüllung der Grundbedürfnisse ist wichtig für eine gesunde körperliche und emotionale Entwicklung. Wenn die Bedürfnisse nicht befriedigt werden, führt das zu Stress. Ist das ein andauernder Zustand, erhöht sich sogar das Risiko, psychisch zu erkranken. Auch Babys und Kinder haben dieselben Grundbedürfnisse wie Erwachsene. Aber sie können nur sehr begrenzt selber dafür sorgen, dass sie erfüllt werden. Die Bezugspersonen tragen die Verantwortung dafür, dass ihr Kind sich gesund entwickeln kann. Deshalb müssen sie bei allem, was sie tun, die Bedürfnisse des Kindes berücksichtigen.

lachendes Baby auf dem Schoß einer Frau

Was sind die Grundbedürfnisse von Babys und Kleinkindern?

Einige Bedürfnisse liegen klar auf der Hand: Wir müssen essen, brauchen Kleidung und Wärme, ein Dach über dem Kopf und müssen schlafen. Daneben gibt es aber auch emotionale Grundbedürfnisse, die wichtig für eine gesunde Entwicklung sind. Die bedeutendsten sind die Bedürfnisse nach Sicherheit, nach Zugehörigkeit und Bindung. Aber auch das Bedürfnis nach Autonomie und Selbtstwertsteigerung, nach Spontanität und Freiheit im Ausdruck von Emotionen gehören dazu. Und was heißt das nun für den Umgang mit Baby und Kleinkind?

Babys und Kleinkinder sind für die Bedürfniserfüllung auf Erwachsene angewiesen

Bei Neugeborenen ist es eindeutig: Sie sind abhängig von ihren Bezugspersonen. Auch ihre Möglichkeit sich zu äußern ist eingeschränkt. Zum Glück leiten uns unsere Instinkte normalerweise sehr gut. Wir nehmen Blickkontakt auf, sprechen leise mit dem Baby und wiegen es hin und her. Wenn es wach ist, spielen wir mit ihm, ziehen Grimassen und bestaunen gemeinsam das erste Spielzeug. Ein weinendes Baby nehmen wir selbstverständlich auf, trösten es und versuchen herauszufinden, was es braucht. Die Bedürfnisorientierte Erziehung geht davon aus, dass das Baby und Kleinkind für sein Verhalten Gründe hat, die in seinen Bedürfnissen zu suchen sind. Ihre Erfüllung ist wichtig, damit das Kind ein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln kann.

Ringellino klappernder Greifling aus Massivholz

Woher kommen die Ratschläge und Warnungen?

Früher war es weit verbreitet, wenn das Baby satt und sauber war, weiteres Weinen zu ignorieren und beim Füttern einen 4-Stunden-Takt einzuhalten. Bedürfnisse galten nur als „echt“, wenn sie körperlicher Natur waren. Diese Praxis und der Ratschläge zum Ignorieren und sogar zu körperlicher Züchtigung, stammen ursprünglich aus alten Zeiten (Stichwort: Schwarze Pädagogik). Wie wir heute wissen, ist das für die emotionale Entwicklung von Säuglingen und Kleinkindern ungesund. Diese Ratschläge wurden aber lange Zeit weitergegeben: in abgemilderter Form bis in die 1970er-Jahre und sogar darüber hinaus. Fast alle Eltern in diesen Generationen haben so gehandelt und auf den Rat von Kinderärzt:innen und aus Büchern vertraut. Daher sind diese Methoden als „altes Wissen“ in unserer Gesellschaft tief verankert. Und es funktioniert ja auch, der Säugling wird irgendwann ruhig. Inzwischen weiß man aber: Es ist keine „Machtprobe“, auch wenn es sich so anfühlen kann. Das Baby lernt dabei, dass seine Bedürfnisse nicht wichtig sind, dass seine Äußerungen nicht gehört werden und gibt innerlich auf. Daher „funktionieren“ auch so genannte Schlaflernprogramme, denn sie basieren ebenfalls auf dem Prinzip. Sie werden teilweise heute noch empfohlen.

Grundbedürfnisse von Babys müssen schnell erfüllt werden.

Ein Säugling hat noch kein Zeitgefühl. Daher ist es wichtig, dass Sie sich ihm sofort zuwenden, wenn er weint. So lernt das Baby, dass es sich auf Sie verlassen kann. Das heißt nicht, dass Sie eingeschäumt aus der Dusche springen müssen, wenn Sie mit Ihrem Kind allein sind und es anfängt zu weinen. Aber Sie sollten es nicht absichtlich warten lassen. Auch wenn das Baby ein Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit, nach Zuwendung und Ansprache hat, ist es wichtig, dieses Bedürfnis zu erfüllen. So merkt es, dass es sicher versorgt ist und dass seine Lautäußerungen, dass es etwas braucht, gehört werden. Auch Kleinkinder sind auf uns angewiesen. Mit zunehmendem Alter, motorischen und sprachlichen Fähigkeiten nehmen die Möglichkeiten zu, die ein Kind zur Verfügung hat, um selbst für seine Bedürfniserfüllung zu sorgen. Auch kurzes Warten ist manchmal schon möglich.

Empathie und Verständnis statt Machtspiel-Gedanken

Babys und Kleinkinder machen Dinge, die uns stören, nicht um uns zu ärgern. Auch der verbreitete Gedanke, das Kind wolle „seinen Willen durchsetzen“ oder „Grenzen austesten“ ist Quatsch. Denn dafür müsste das Kind sich in sein Gegenüber hineinversetzen und strategische Überlegungen anstellen können. Dazu sind Babys und Kleinkinder schlicht noch nicht in der Lage. Diese Fähigkeiten erlangen Kinder erst langsam ab einem Alter von etwa vier Jahren. Wenn Ihr Kind etwas tut, das es nicht soll, versuchen Sie daher zu verstehen, welches Bedürfnis dahinter steckt. Reagieren Sie auf unangemessenes Verhalten gewaltfrei und ohne Strafen. Versuchen Sie vielmehr, Ihr Kind emphatisch und achtsam zu begleiten. Welches Bedürfnis hat zu diesem Verhalten geführt?

Die Motive hinter dem Verhalten verstehen

Insbesondere wenn Kleinkinder wütend sind, fällt es uns Erwachsenen schwer, das auszuhalten und liebevoll-empathisch zu reagieren. Die Wut des Kindes macht uns ratlos und oft ebenfalls ungehalten. Aber ein Kleinkind mit einem Wutanfall erlebt heftige Gefühle, die es nicht alleine bewältigen kann. Auch wenn der Auslöser aus Erwachsenensicht eine „dumme Kleinigkeit“ ist (so in einem Elternforum zu lesen), fühlt sich die Situation in diesem Moment für Ihr Kind schrecklich an. Und es braucht Sie! Versuchen Sie herauszufinden, was es so wütend macht. Ist es Frust, weil etwas noch nicht klappt? Wut, weil es etwas nicht haben darf? Musste es sein Spiel unterbrechen, weil es sich anziehen soll? Helfen Sie ihm, seine Gefühle zu benennen und einzuordnen. Versuchen Sie es zu trösten, wenn es das zulässt. So wird es nicht mit diesen überwältigenden Emotionen alleine gelassen. Nach und nach wird es lernen, seine Gefühle selber auf angemessene Weise auszudrücken.

„Hätte ich mich selbst gerne als Elternteil?“

Diese Frage kann Ihnen bei der Bedürfnisorientierten Erziehung helfen, sich in das Kind einzufühlen und angemessen zu handeln. Fragen Sie sich: Wie fühlt sich das jetzt aus seiner/ihrer Perspektive an? Was braucht mein Kind jetzt von mir, auch wenn ich selbst als Erwachsener das nur schwer nachvollziehen kann? Das heißt nicht, dass das Kind alles bekommen muss, was es gerade will. Es bedeutet, dass Sie eine Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Kind anstreben, bei der klar ist: „Ich bin richtig und du bist richtig, zu jeder Zeit. Auch wenn wir verschiedene Dinge wollen. Ich sehe und erkenne dich. Du kannst dich auf mich verlassen. Ich bin da und begleite dich.“

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„Weiß man schon, was es wird?“ Diese Frage, die wohl alle werdenden Eltern hören, verrät viel über unser Verhältnis zum Thema Geschlecht: Obwohl jedes Kind anders ist, glauben wir es schon ein bisschen zu kennen, wenn wir sein Geschlecht wissen. Gerne vergleichen wir auch Kinder mit der Vorstellung, die wir von seinem Geschlecht haben, um festzustellen: „Ein typischer Junge!“ oder auch „Ungewöhnlich für ein Mädchen!“ In der geschlechtersensiblen Pädagogik wird versucht, sich diese Vorurteile und Klischees bewusst zu machen und die individuelle Entwicklung des Kindes zu fördern.

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„Typisch Junge! Typisch Mädchen!“ Klischee oder Wahrheit?

„Typisch Junge“ – gibt es überhaupt klare Eigenschaften für ein Geschlecht bei Kindern? Auch wenn sich die Wissenschaften nicht ganz einig sind, wie viel geschlechtsspezifisches Verhalten angeboren und anerzogen ist, ist erwiesen: Es gibt keine grundlegenden Unterschiede zwischen dem, was Jungen und Mädchen tun und mögen, sondern höchstens graduelle Abweichungen. Das heißt im Klartext: Alle Kinder interessieren sich zum Beispiel für Bälle, Autos und Puppen. Aber der Durchschnitt aller Jungen interessiert sich etwas stärker für Autos, der Durchschnitt aller Mädchen mehr für Puppen. Für das einzelne Kind sagt das natürlich nichts aus. Denn auch innerhalb der Gruppe gibt es große Unterschiede. Einzelne Mädchen oder Jungen interessieren sich viel stärker für Bälle als ihre Geschlechtsgenoss:innen.

Erziehen wir Jungen und Mädchen unterschiedlich?

Geschlechtersensible Pädagogik bedeutet, dass die Erwachsenen versuchen, nicht aufgrund des Geschlechts Vorannahmen zu treffen, sondern offen für die individuellen Interessen des Kindes sind. Leichter gesagt als getan: Dass wir Jungen in manchen Punkten anders als Mädchen erziehen, ist uns aufgrund langer Prägung selten bewusst. Aber Forscher:innen wissen, dass Eltern mit Mädchen von Anfang an mehr sprechen und später häufiger an ihre Vernunft appellieren, während Jungen öfter zugestanden wird, zu rangeln und zu toben. Und obwohl man weiß, dass es Unsinn ist, werden Jungen immer noch öfter als Mädchen ermahnt, doch bitte nicht so viel zu weinen. Will man sein Kind geschlechtersensibel erziehen, sollte man sich immer wieder hinterfragen: Würde ich bei meinem Kind genauso handeln, wenn es nicht dieses Geschlecht hätte?

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Ist es normal, dass mein Junge nur mit Puppen spielt?

Was ist, wenn ein Kind ganz anders als die landläufige Vorstellung von seinem Geschlecht ist? Etwa, wenn der dreijährige Junge viel lieber mit Puppen als mit Autos spielt oder das vierjährige Mädchen partout keine hübschen Kleidchen anziehen will? Moderne Eltern stört es meist nicht, wenn ihre Kinder vom Klischee abweichende Interessen zeigen, aber es gibt die Sorge: Wird mein Kind zum Außenseiter dadurch? Fachleute geben Entwarnung: Gerade Kinder unter vier interessiert es wenig, was für Jungen und Mädchen angeblich richtig ist. Sie wollen spielerisch alle Möglichkeiten ausprobieren, die das Leben bietet. Dazu gehört ganz selbstverständlich auch, alle Dinge zu tun, die andere Kinder machen. Also zum Beispiel auch als Junge mal ein Kleidchen zu tragen.

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Warum mag mein Mädchen plötzlich nur noch rosa?

Auch den gegenteiligen Effekt kennen Eltern. Im Alter von vier, fünf Jahren werden viele Kinder geradezu zum Musterbeispiel für Geschlechterklischees! Da kann es vorkommen, dass ein vorher burschikoses Mädchen nur noch Rosa trägt und zum absoluten Eisprinzessin-Fan wird. Oder der Junge den roten Pulli gegen Camouflage-Look eintauscht und sich in der Kita mit anderen Jungen zur Rowdy-Truppe zusammenfindet. Erfahrene Pädagog:innen wissen: Dieses Verhalten ist für Vorschulkinder typisch und Ausdruck einer Entwicklungsaufgabe. Sie wollen in diesem Alter herausfinden: „Wer bin ich?“, auch in Bezug auf ihr Geschlecht. Und beim Finden ihrer Rolle neigen viele Kinder dazu, erst einmal alles etwas zu übertreiben und sich Klischees hinzugeben, um zu spüren: Ich bin jetzt voll und ganz Junge – oder Mädchen. Anderen behagt diese vorgegebene Rolle gar nicht, und es wird Teil ihres Lebensgefühls, selbstbewusst dagegen zu halten: Ich bin ich – und mag als Mädchen weiterhin meinen angeblichen „Jungskram“. Gut, dass es so selbstbewusste Kinder gibt!

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Wie begleite ich mein Kind geschlechtersensibel bei der Suche nach seiner Rolle?

Eine einfache Faustregel lautet: Weder drängen noch von etwas abbringen. Zeigen Sie Ihrem Kind lieber alle Möglichkeiten auf! Beobachten Sie, wofür es sich selber interessiert. Und vermitteln Sie ihm: Ob es ein Junge oder ein Mädchen ist, sollte es nie davon abhalten, bestimmte Interessen auszutesten. Eine große Rolle spielen dabei Spielzeuge und Bücher. So sollten Eltern bei Kinderbüchern eine gute Auswahl treffen. Darin sollten nicht nur starke Jungs oder zarte Mädchen vorkommen, sondern auch sensible Kerlchen und mutige Gören. Bei den Spielsachen ist es gut, nicht nach Mädchen- oder Jungenspielzeug zu schauen. Schenken Sie Dinge, die alle Kinder interessieren. Zum Beispiel Küchenutensilien und Arztkoffer für Rollenspiele oder Memo-Spiele zum Spielen nach Regeln. Und falls Ihr Sohn ein Einhorn-T-Shirt tragen oder Ihr Mädchen mit dem Werkzeugkoffer spielen will: Unterstützen Sie Ihr Kind bei seiner Neugier. Zuletzt gehört es zur geschlechtssensiblen Erziehung auch dazu, seine eigene Rolle als Mutter oder Vater sichtbar vorzuleben. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, wie es bei Ihnen ist – wo entsprechen Sie dem Klischee, wo nicht? Wie war das, als Sie ein Kind waren?

Dies ist ein Artikel unseres Gastautors Michael Fink. Er ist als Dozent in der Fort- und Weiterbildung von Erzieher:innen und Lehrer:innen tätig, Mitbegründer einer pädagogischen Fachzeitschrift und Autor von über 50 pädagogischen Fachbüchern.

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Baby unterwegs mit Wagenkette

Entspannt reisen mit Baby und Kleinkind: So starten Sie gut in den Urlaub mit Kind

Manche fühlen sich mit kleinen Kindern zuhause am wohlsten. Manche fahren gleich mit dem Wohnmobil um die Welt, schließlich lässt sich die Elternzeit zum Reisen nutzen, solange das Baby noch klein ist. Egal, ob Sie nur die Großeltern besuchen oder eine weitere Reise planen, mit diesen Tipps sind Sie mit Baby und Kleinkind sicher und entspannt unterwegs:

Baby unterwegs mit Wagenkette

Gute Vorbereitung ist alles: Packen für die Reise mit Baby

Sie müssen nicht das Rad neu erfinden: Nutzen Sie Packlisten aus dem Internet. Sie sind praxiserprobt und können an das Alter Ihres Kindes, Ihr Reiseziel und Ihre individuellen Gewohnheiten angepasst werden. Prüfen Sie, welche Dinge es am Zielort gibt. Nachtlicht, Babyfon und Ähnliches können vielleicht vor Ort ausgeliehen werden. Packen Sie so, dass Sie für unterwegs alle wichtigen Dinge griffbereit haben: Wechselkleidung und Wickeltasche sollten gut erreichbar sein, falls ein Pipi- oder Spuck-Unfall passiert. Auch Verpflegung sollten Sie in Greifweite haben und nicht aus Versehen ganz unten ins Gepäck einsortieren.

Reisen mit dem Auto

Eine passende Babyschale oder Kindersitz ist Pflicht, um sicher mit dem Auto reisen zu können. Statten Sie den Babysitz mit einer Wagenkette oder einem Minitrapez aus, so hat Ihr Baby etwas zum Anschauen und Entdecken dabei. Greiflinge und ein Schnuller mit Schnullerkette gehören ebenfalls zur Grundausstattung. Wenn Sie alleine mit Baby unterwegs sind, sollten Sie die Babyschale auf dem Beifahrersitz platzieren. Da das Baby rückwärts zur Fahrtrichtung fährt, unbedingt den Beifahrerairbag ausschalten! Das geht bei den meisten Fahrzeugen ganz leicht mit einem kleinen Schalter.

Sorgen Sie gegebenenfalls für Sonnenschutz, damit Ihr Kind nicht überhitzt oder geblendet wird. Musik, handliches Spielzeug und gesunde Snacks sorgen bei Kleinkindern für Abwechslung während der Fahrt. Bei einer langen Reise darf ein Kind ausnahmsweise auch mal einen Schnuller bekommen, selbst wenn es den sonst nicht mehr so dringend braucht. Eine Schnullerkette sorgt dafür, dass er nicht versehentlich im Fußraum landet.

Tipp: Schnullerketten können nicht nur Nuckis, sondern auch Spielzeuge an Ort und Stelle halten. Dann sollten sie am Kindersitz befestigt sein statt an der Kleidung.

Planen Sie genügend Zwischenstopps ein, denn Babys und Kinder können noch nicht so lange still sitzen wie Erwachsene. Sorgen Sie in den Pausen dafür, dass Ihr Baby sich ausstrecken kann: Die Haltung in der Babyschale ist auf Dauer nicht gut für den Rücken. Kleinkinder sollten sich in den Pausen bewegen. Laufen und hüpfen Sie ein bisschen zusammen und spielen Sie gemeinsam kleine Bewegungsspiele.

Während der Fahrt neigen manche Kinder zu Übelkeit. Was oft hilft: Vorne sitzen, frische Luft und genügend Pausen. Wenn Ihr Kind Autofahren nicht gut verträgt, halten Sie eine Spucktüte mit fester Öffnung oder einen leeren Joghurteimer mit einem eingehängten Müllbeutel bereit. Den kann auch schon ein kleines Kind recht gut selber festhalten und im Notfall treffen.

Holz blaue Schnullerkette mit Holzsternen

Im Zug reisen mit Baby und Kleinkind

Zugfahrten (ohne Umstiege) sind für Reisen mit Babys und Kindern ideal. Denn während der Fahrt haben Sie Zeit, sich um Ihr Kind zu kümmern. Wenn der Bewegungsdrang allzu groß wird, können Sie mit dem Kleinkind einen kleinen Spaziergang durch den Zug unternehmen. In den meisten ICEs gibt es Familienbereiche. Sie sind nah an Toilette, Gepäckstellplatz und Eingang und je nach Zugtyp ausgestattet für eine möglichst entspannte Fahrt mit kleinen Kindern. Eine Reservierung ist sinnvoll, denn diese Plätze sind begehrt. Wenn das nicht möglich ist, empfiehlt sich ein Platz mit Tisch und unbedingt außerhalb von Ruhebereichen. Nehmen Sie ausreichend Essen, auch gesunde Knabbereien und Getränke mit. Neben Greiflingen für die Kleinsten sorgen Spiele wie ein Motorikbrett für Abwechslung. Besonders praktisch: Hier können keine Kleinteile verloren gehen.

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Schwierigkeiten kann die Fahrt zum oder vom Bahnhof bereiten. Wenn möglich, lassen Sie sich bringen und abholen. Sollten Sie mit dem Taxi fahren, bitten Sie gleich bei der Bestellung um ein Fahrzeug mit passendem Kindersitz. Bei guter Anbindung und nicht zu sperrigem Gepäck sind auch öffentliche Verkehrsmittel zu empfehlen. Für manche Babyschalen gibt es Adapter, die auf Kinderwagengestelle passen. Das kann auf Reisen, bei denen Sie den Babysitz mitnehmen müssen oder wollen, sehr praktisch sein.

Umstiege mit Gepäck, Baby oder Kleinkind und Kinderwagen oder Buggy sind eine kleine Herausforderung. Wenn möglich, nutzen Sie im Vorfeld einen Gepäckversand und schicken Sie einen Teil der Dinge voraus. Was Sie unterwegs brauchen, ist in einem Rucksack gut verstaut. So haben Sie die Hände frei für Wagen und Kind. Planen Sie genügend Zeit für Umstiege ein und scheuen Sie sich nicht, Mitreisende oder Personal um Hilfe zu bitten.

Reisen mit Kind im Flugzeug

Babys und Kleinkinder bis zwei Jahre können auf dem Schoß eines Erwachsenen mit einem Extragurt mitfliegen. Sie können auch einen Extraplatz buchen und das Kind in Babyschale oder Kindersitz anschnallen. Kinder ab zwei Jahren brauchen einen eigenen Sitzplatz. Gegen Ohrendruck bei Start und Landung werden Babys am besten gestillt oder mit dem Fläschchen gefüttert. Durch das Schlucken wird der Druck ausgeglichen. Kleinkindern können Sie zu diesem Zweck eine Flasche mit Wasser anbieten. Im Gegensatz zu anderen Flüssigkeiten dürfen Sie für ein Baby im Handgepäck Wasser und Babynahrung mitnehmen. Eine Thermoskanne mit abgekochtem Wasser in Trinktemperatur ist praktisch. Bei der Kontrolle sollten Sie direkt angeben, was Sie mitführen und alles griffbereit haben, damit es geprüft werden kann. Viele Airlines nehmen klappbare Buggys oder Kinderwagen kostenlos mit an Bord. Erkundigen Sie sich vorab nach den Gepäckbestimmungen für Kindergepäck.

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Während des Fluges gilt, wie bei den anderen Reisemöglichkeiten: Ein kleines Spielzeug im Handgepäck ist gut gegen Langeweile. Ein Schnuller hilft, Bedürfnisaufschübe besser auszuhalten und bei längeren Flügen sollte sich Ihr Kind zwischendurch ein wenig bewegen können. Behalten Sie außerdem die Zeit im Blick und wechseln Sie bei Bedarf rechtzeitig vor dem Landeanflug noch einmal die Windel.

Wir wünschen Ihnen eine entspannte und gute Reise mit Ihrem Kind!

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Kleinkind beim Zähneputzen

Warum will mein Kind nicht die Zähne putzen? Wie kann ich es zum Zähneputzen animieren?

Zähneputzen mit Kleinkindern – für fast alle Eltern ein leidiges Thema. Wenn das Zähneputzen zur Zerreißprobe wird, weil es den Großen so wichtig ist und die Kleinen absolut nicht wollen, sind Eltern manchmal ratlos. Wieso ist das eigentlich so? Ist Zähneputzen bei Milchzähnen denn überhaupt nötig? Und was können Sie tun, um Ihrem Kind das Zähneputzen doch schmackhaft zu machen?

Kleinkind beim Zähneputzen

Warum ist Zähneputzen auch bei Milchzähnen wichtig?

Die Milchzähne fallen doch eh aus, erst bei den „richtigen“ Zähnen wird das Putzen wichtig? Weit gefehlt. Schon ab dem ersten Zähnchen ist Zahnpflege notwendig. Wenn Kinder schon bei den Milchzähnen Kariesprobleme haben, hat das einen negativen Effekt auf die bleibenden Zähne. Ab dem ersten Zähnchen sollten Sie beginnen, eine Zahnputzroutine einzuführen. Dazu nutzen Sie eine altersgerechte Zahnbürste und Zahncreme mit entsprechendem Fluoridgehalt. Lassen Sie Ihr Kind zunächst selbst die Zähne putzen, auch wenn es noch zu klein ist, um sie dabei sauber zu bekommen. Autonomieförderung ist hier das Stichwort. Bis es aber motorisch in der Lage ist, wirklich gründlich alle Zähne von allen Seiten zu bearbeiten, müssen Sie nachputzen. Und am Schluss: Zahnpasta ausspucken und mit Wasser nachspülen.

Warum wollen Kinder oft nicht Zähne putzen?

Wir Erwachsenen können die Folgen wie Karies überblicken und verstehen daher, dass das Putzen eine nötige Routine ist. Kindern fehlt dieser Weitblick und das Verständnis für die Zusammenhänge. Ursache und Wirkung sind einfach zeitlich zu weit auseinander und die Folgen zu abstrakt. „Ich hab die Zähne nicht geputzt und trotzdem kein Karies“, ist eine Schlussfolgerung die leicht entsteht, wenn sie noch nicht verstanden haben, dass dieser Effekt nicht sofort eintritt.

Wir tun nicht gerne Dinge, deren Sinn uns nicht einleuchtet. Nur weil es uns gesagt wird? Dagegen sträuben wir uns, und das geht auch den Kindern so. Die Kleinen bekommen oft gar nicht mit, wenn die Eltern sich die Zähne putzen. Das scheint ungerecht: „Warum muss ich etwas tun, was Papa oder Mama nicht machen muss?“

Wie kann ich mein Kind dazu bringen, sich gerne die Zähne zu putzen?

Auch wenn es noch schwer verständlich ist: Erklären Sie Ihrem Nachwuchs möglichst altersgerecht, warum das Zähneputzen wichtig ist. Putzen Sie gleichzeitig mit ihm auch Ihre Zähne. So sieht es, dass das etwas ist, das auch die Großen machen.
Eine Zahnbürste, die das Kind im Laden selbst ausgesucht hat, kann die Motivation zusätzlich erhöhen, ebenso wie eine leckere Zahnpastasorte. Üben Sie möglichst wenig Druck aus, wenn es mal nicht klappt. Besser ist, das Kind die Freude spüren zu lassen, wenn es gut läuft.

Bilderlotto Holzspielzeug

Sie können es auch mit einer Belohnung locken: wenn es gut klappt, haben wir gleich noch Zeit, eine Runde Bilderlotto zu spielen. Oder Sie führen ein Stickerheft ein, in das nach jedem erfolgreichen Putzen ein kleiner Aufkleber geklebt werden darf. Wenn es voll ist, gibt es eine größere Belohnung. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Memo-Spiel, das Sie dann gemeinsam mit Ihrem Kind spielen können?

Memo Tiere Holz

So sorgen Sie beim Zähneputzen für gute Stimmung

Es gibt Kinderradiosender, die morgens und abends extra Zahnputzlieder spielen. Sie können sich natürlich auch selbst ein Lied heraussuchen, das zu Ihrem eigenen Zahnputz-Partylied wird. Und besonders Ausgelassene tanzen dazu den Zahnputztanz.
Wer es lieber ruhig mag, erzählt dem Kind beim Nachputzen eine Zahnputzgeschichte. Die kann sich auf das beziehen, was die Bürste gerade im Mund macht: Die Zahnbürste wird vielleicht zu einem Zug, der sich auf eine Reise in eine dunkle Höhle begibt und dort Abenteuerliches erlebt. Oder Sie erfinden einfach so eine kleine Erzählung, die das Kind unterhält, solange es den Mund offenhalten soll.

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Kleinkind spielt mit Holz-Set Essen

Wie bringe ich mein Kind dazu, Gemüse zu essen? 5 Tipps für entspannte Mahlzeiten mit Kindern

Wir geben uns große Mühe, lecker und gesund zu kochen und eine angenehme Essen-Situation zu gestalten. Trotzdem ist die Atmosphäre bei den Mahlzeiten oft angespannt. Das Kind zeigt sich wählerisch, isst nicht auf, lässt das Gemüse liegen und mag nur Nudeln pur. Das kann doch nicht gesund sein?! Wir machen uns Sorgen und versuchen, dem Nachwuchs das aus unserer Sicht „gute“ Essen schmackhaft zu machen, es dazu zu bringen, noch ein bisschen mehr zu essen. Oder jedenfalls nicht nur „Nudeln ohne nix“. Aber was tun, wenn das nichts hilft?

Kleinkind spielt mit Holz-Set Essen

Tipp 1: Entspannt bleiben und gesundes Essverhalten vorleben

Je mehr Druck das Kind spürt, umso mehr Gegenwehr wird es zeigen. Ernährungsexperten raten schon lange: Entspannen Sie sich! Kinder wissen in der Regel sehr gut, was sie brauchen und „holen sich“ intuitiv die richtigen Nährstoffe. Und viele von ihnen haben Phasen, in denen sie scheinbar nichts mögen. Manche essen wochenlang nur Nudeln oder Kartoffeln pur. Solange Ihr Kind dabei fit und agil wirkt und nicht massiv zu- oder abnimmt, bleiben Sie gelassen. Meistens erledigt sich eine solche Phase von alleine. Seien Sie ein gutes Vorbild und essen Sie selbst gesundes Gemüse und mit Genuss. Wer als Erwachsener schon aufräumt, während das Kind noch isst, kann keine Entspannung am Tisch erwarten.

Tipp 2: Essverhalten des Kindes berücksichtigen

Achten Sie einmal darauf, was Ihr Kind alles zwischen den Mahlzeiten isst. Knabbert es gerne kleine Cracker oder nascht es häufig? Hat es nach der Kita immer so einen schrecklichen Hunger, dass Sie eine Kleinigkeit beim Bäcker holen? Dann könnte der mangelnde Appetit bei den Mahlzeiten auch daran liegen. Verkleinern Sie die Zwischenmahlzeiten oder überlegen Sie, ob Sie Ihre üblichen Essenszeiten an den Tagesrhythmus des Kindes anpassen können.

Tipp 3: Gemüse als Rohkost und der Dipp-Tipp

Ermuntern Sie Ihr Kind immer wieder, das Essen zu probieren. Der Geschmack entwickelt sich mit zunehmendem Alter. Kinder haben viel mehr Geschmacksknospen als Erwachsene und reagieren daher auf Bitterstoffe empfindlicher. Das ist genetisch bedingt und auch gut so, denn in der Natur heißt „bitter“ oft „giftig“. Kinder sind aber auf der anderen Seite auch neugierig und probieren gerne Neues, wenn sie nicht zu sehr gedrängt werden. Und nach mehrmaligem Probieren schmeckt manches doch nicht mehr so fremd und eklig. Viele Kinder mögen außerdem Rohkost lieber als gekochtes Gemüse und mit Dipp geht es meist besser als ohne.

Tipp 4: Mahlzeiten gemeinsam vorbereiten

Selbstgemacht schmeckt es am besten! Und gemeinsam mit Mama oder Papa das Essen vorbereitet zu haben, erfüllt Ihr Kind mit Stolz. Bereiten Sie doch einmal einen leckeren Obstsalat zusammen mit Ihrem Kind zu oder lassen Sie es das Gemüse für die Mahlzeit schneiden. Es muss ja nicht gleich die harte Karotte sein. Bananen zum Beispiel lassen sich auch mit einem Buttermesser schneiden, Gurken mit einem kleinen scharfen Messer. So übt Ihr Kind gleichzeitig seine motorischen Fähigkeiten. Ist Ihr Kind für ein echtes Messer noch zu klein, kann es trotzdem helfen: die Schüssel halten, das Gemüse waschen oder Dinge anreichen. Das Schneiden kann es dann auf jeden Fall schon einmal mit dem Holzmesser an „Obstsalat“ oder „Picknick“-Set von Selecta® üben. Garantiert ohne Schnittverletzung.

Holz bunte Klettspielsteine Brotzeit, Brot, Käse, Tomate, Karotte, Ei und Messer

Tipp 5: Rollenspiele animieren zum Nachahmen

Nicht immer hat man die Zeit oder die Nerven, mit dem Kind gemeinsam das Essen zuzubereiten. Natürlich dauert es länger und manchmal ist es einfach unpraktisch. Lassen Sie Ihr Kind trotzdem in Ihrer Nähe sein, wenn Sie schnippeln und kochen. Kinder spielen gerne den Alltag der Erwachsenen nach. Im Rollenspiel werden neben motorischen Fähigkeiten auch Sprechen und Sozialverhalten geübt. Richten Sie ihm doch eine kleine Spielecke in Ihrer Nähe ein, in der es parallel mit seinen eigenen Zutaten kochen und werkeln kann wie die Großen. Wer selbst ein „Picknick“ zubereitet oder einen „Burger“ belegt hat, dem schmeckt es auch bei den Mahlzeiten richtig gut.

Holz bunte Klettspielsteine Burger mit Käse, Zwiebel, Tomate, Fleisch und Holzmesser

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Kind forscht beim Spielen

Zukunftskompetenzen fördern: Problemlösefähigkeit. Wie Kinder die Welt erforschen

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Was passiert, wenn ich hier drücke? Begreifen kommt von Greifen

Licht an, Licht aus! Das kennen wohl alle Eltern: Ihr Kleinkind spielt nicht mit Rassel und Puppe, sondern hat etwas Spannenderes entdeckt – den Lichtschalter. Oder den Knopf der Waschmaschine. Es klappt die Schranktür andauernd auf und zu. Oder es dreht den Wasserhahn auf, immer wieder. Sollte man das Kind von solchem „Unfug“ abbringen und ihm „sinnvollere“ Spiele nahelegen? Oder soll man solche Betätigungen sogar noch unterstützen? Warum beschäftigen sich Kleinkinder überhaupt mit solchen Alltagsdingen so intensiv?

Wichtigstes Forscherthema für Kleinkinder: Der Alltag

Die Antwort, warum Kinder Lichtschalter und Co begeistert untersuchen, ist einfach: Zuerst einmal wollen sie alles, was in ihrer alltäglichen Umgebung ist, genau erforschen. Ihr angeborener Forschergeist treibt sie an, sich die Dinge um sie herum ganz genau anzuschauen. Und weil Kleinkinder alle Sinne trainieren wollen, bleibt es nicht beim Schauen: Die Dinge wollen befühlt und ausprobiert werden, auf ihren Klang untersucht, vielleicht auch in den Mund genommen. Besonders interessant sind dabei die Dinge, die Eltern häufig benutzen, wie zum Beispiel Handys. Da spürt das Kind: Das muss etwas Wichtiges sein!

Ursache und Wirkung erforschen

Manche Gegenstände, die das Kind erforscht, sind nicht allzu interessant. Bei anderen wird das Kind mit spannenden Effekten überrascht: Drückt es auf den Lichtschalter, wird der Raum hell! Beim Drehen des Wasserhahns wird es nass! Und kippt es den Gewürz-Streuer um, kommt ein Pulver heraus, das sogar intensiv riecht und zum weiteren Untersuchen einlädt! 
Klar, dass das Kleinkind solche Effekte immer weiter untersuchen möchte. Schon um festzustellen: Passiert das nur einmal oder immer wieder? Was für uns merkwürdig oder auch nervig sein kann, ist für das Kind sehr aufschlussreich. Denn es versteht dabei Stück für Stück Zusammenhänge in seiner Umwelt. Und beschäftigt sich mit einfachen physikalischen Fragen: Mit gespeicherten Kräften beim Lichtschalter. Mit der Schwerkraft beim herablaufenden Wasser, mit der Schwungkraft bei der mit Schwung zugeklappten Schranktür.

Statt verbieten: Zulassen oder sichere Alternativen anbieten

Sollte man also sein Kind gewähren lassen, wenn es begeistert Geräte anschaltet, den Wasserhahn laufen lässt oder Gewürze auskippt? Ein klares Jein ist die Antwort. Grundsätzlich sollten Eltern das Tun des Kindes unterstützen, wenn es ungefährlich ist und nur ein bisschen nervt. Zum Beispiel Schranktür oder Lichtschalter: Beides schadet nicht und ist ungefährlich. Hier hilft es, sich zu sagen: Je intensiver mein Kind den Effekt untersuchen kann, desto schneller ist dieses „Hobby“ wieder vorbei.

Bei überaus nervigen oder gar gefährlichen Betätigungen helfen Spielzeuge, die den Forschergeist der Kinder genauso anstacheln wie bestimmte Alltagsdinge. Zahnradspiele, Motorikbretter oder Stapelspiele begeistern Kinder mit Effekten, die es zu untersuchen gibt. Und mit Steck-Spielen kann man die Frage „Passt das hier rein“ stundenlang untersuchen – und die gefährliche Steckdose dabei vergessen.

Holz buntes Formensteckspielzeug mit Zahnrädern und verschiedenen Bauklötzchen
Holz Stapelspiel mit bunten Wackelsteinchen
Sortierbox Holz Steiff

Dies ist ein Artikel unseres Gastautors Michael Fink. Er ist als Dozent in der Fort- und Weiterbildung von Erzieher:innen und Lehrer:innen tätig, Mitbegründer einer pädagogischen Fachzeitschrift und Autor von über 50 pädagogischen Fachbüchern.

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streiten Geschwister Ratgeber

Warum Geschwister immer wieder streiten müssen

Das kennen alle Eltern von Geschwister-Kindern: Kein Tag vergeht ohne Streitereien. Beim Mittagessen, wer die größere Portion erhält. Am Nachmittag, wer mit welchem Spielzeug spielen darf. Am Abend, wer länger aufbleiben darf und warum. Und wenn es einmal ruhig zugeht, dann ist dies nicht von langer Dauer. Die Streithähne voneinander zu trennen, klappt auch nicht immer. Zumal sie zusammen spielen und lernen sollen, miteinander fair und respektvoll umzugehen. Hier erfahren Sie, warum Geschwister streiten müssen und wie Sie damit entspannter umgehen.

streiten Geschwister Ratgeber

Geschwister streiten sich, um ihren Platz in der Familie und im Leben zu finden

Es gibt einen guten Grund für Konflikte zwischen Geschwistern. Über Streitereien erobern sie sich ihren Platz im Leben. Sie handeln auf diese Weise ihre Rolle für ihre zukünftige Entwicklung aus und lernen sich dabei selbst kennen. So erfahren sie die eigenen Stärken und Grenzen. Sie brauchen die Auseinandersetzungen, um für das spätere Leben fit zu werden. Denn wer Konflikte lösen und Angriffe abwehren kann, dem gelingt es besser, seine Integrität zu schützen. 

Nicht selten entsteht dabei Eifersucht unter Geschwistern. Sie buhlen miteinander um die Liebe und Zuwendung der Eltern, wenn sie beide mit demselben Spielzeug spielen wollen. Es ist ein Ruf danach, gesehen zu werden: „Liebe Mama und lieber Papa, bitte kümmert euch um mich! Zeigt mir, dass meine Geschwister mir nicht meinen Platz in der Familie streitig machen!“

Dabei können Sie als Eltern Ihren Kindern effektiv unter die Arme greifen. Denn woher sollen Ihre Kinder wissen, wie man Konflikte löst? Kinder streiten sich, weil ihnen noch die passenden Strategien fehlen.

3 Tipps für weniger Streit unter Geschwistern

Individuelle Stärken betonen
Helfen Sie Ihren Kindern, sich der eigenen Rolle bewusst zu werden. Jedes Kind hat seine besonderen Begabungen. Loben Sie es dafür. Indem Sie seine Stärken betonen, lernt das Kind sich selbst von seinen Geschwistern abzugrenzen: „Du kannst gut malen und Deine Schwester oder Dein Bruder kann gut klettern!“ So fühlt sich jedes Kind von seinen Eltern beachtet und die Rivalität zu seinen Geschwistern nimmt ab.

Vergleichen Sie ihre Kinder nicht miteinander
Jedes Kind will beachtet sein. Wenn Kinder jedoch miteinander verglichen werden, dann verstärkt das die Konkurrenz zwischen ihnen. Vermeiden Sie daher vergleichende Bemerkungen wie „Dein Bruder war die ganze Zeit über brav, warum Du nicht?“. Auf diese Weise werden Streitereien nur noch mehr befeuert.

Verhalten Sie sich neutral
Es ist auch nicht ratsam, bei Konflikten den Familienrichter zu spielen und zu versuchen, den Schuldigen zu ermitteln. Denn meistens ist es ohnehin nicht möglich herauszufinden, wer als Erstes mit dem Streiten begonnen hat. Das kleinere Kind ist nicht unbedingt das Opfer und derjenige, der weint, hat vielleicht angefangen. Versuchen Sie lieber die Rolle des Vermittlers einzunehmen und Verständnis für einander zu wecken.

Wann Eltern beim Streiten unter Geschwistern einschreiten sollten

Leichtes Gerangel und Wortgefechte gehören zum Alltag unter Geschwistern. Sobald Ihre Kinder aber anfangen, sich ernsthaft weh zu tun oder gefährliche Gegenstände in der Hand haben, müssen Sie einschreiten. Trennen Sie die Streithähne und -hennen möglichst auch räumlich. Bleiben Sie ruhig, vermeiden Sie lautes Brüllen und verzichten Sie auf Drohungen. Das Einzige, was Ihre Kinder sonst aus dem Streit lernen ist, dass nur der Lauteste Recht hat.

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Wozu brauchen Kinder Fantasie Ratgebertext

Fantasie und kreatives Spiel fördern

Heute Prinzessin und morgen Astronaut! Das Spielzeug wird plötzlich lebendig und das Kind ist der Herrscher darüber, was als nächstes passiert. Woher kommt die Fantasie bei Kindern, warum ist sie für die Entwicklung so nützlich und wie kann sie geweckt werden?

Wozu brauchen Kinder Fantasie Ratgebertext

In der Fantasiewelt wird das echte Leben geübt

Die Fähigkeit, sich etwas auszudenken, ist der zentrale Baustein der Persönlichkeitsentwicklung. Durch das Spielen wird die Vorstellungskraft von Kindern aktiv gefordert. Kinder lieben es, in verschiedene Rollen oder Berufe zu schlüpfen, sich eine eigene Handlung auszudenken, Charaktere auszusuchen und ihnen eine Stimme zu verleihen. Ganz spielerisch fördert dies die Sprachentwicklung. Und auch Verhaltensweisen können ausprobiert und soziale Kompetenz erlangt werden.

Fantasie wächst nur an Herausforderungen

Langeweile hat völlig zu Unrecht so einen schlechten Ruf. Eltern sind auch nicht dafür verantwortlich, dass ihr Kind konstant beschäftigt ist. Im Gegenteil: Wer auf jedes Quengeln mit neuen Unterhaltungsangeboten reagiert, lässt die natürlich vorhandene Vorstellungskraft verkümmern. 

Das Problem ist, dass mit Fernsehen, Handy, Tablet und Co. immer mehr digitale Medien täglich zur Auswahl stehen. Kindgerechte Sendungen und Spiele fördern zwar durchaus die Fantasie, jedoch ist die Dauer der Mediennutzung entscheidend. Kinderärzte empfehlen, dass Kinder unter zwei Jahren möglichst gar nicht fernsehen sollten. Bei Kindergartenkindern sind 30 Minuten vor einem Bildschirm täglich das Maximum.

Also Mut zur Bespaßungs-Lücke! Schalten Sie häufiger mal alle digitalen Geräte aus (auch Ihre eigenen!). Denn nur wer sich langweilt, kann auf kreative neue Spielideen kommen.
Motivieren Sie Ihr Kind z.B. vorhandene Alltagsgegenstände mal ganz anders zu nutzen oder neue Dinge daraus zu gestalten. Und lassen Sie sich von der Natur inspirieren, denn auch Bewegung an der frischen Luft lässt Gehirnzellen wachsen.

Spielzeug: Weniger Vorgaben heißt mehr Freiraum für eigene Ideen

Und auch beim Spielzeug ist ein Mehr an technischer Ausstattung nicht unbedingt förderlich für die Fantasie. Je einfacher es konstruiert ist, um so mehr Möglichkeiten hat ein Kind, es auf ganz unterschiedliche Arten immer wieder neu zum Leben zu erwecken. So wie z.B. bunte Bausteine, Klötzchen oder Steckfiguren, die nahezu unbegrenzte Möglichkeiten zum Zusammenbauen bieten.

Spielsachen, die nur auf eine vorher vom Hersteller definierte Weise funktionieren oder reagieren, sind dagegen schnell langweilig. Dies gilt auch für Spiele, die von Erwachsenen detailliert erklärt werden. Auch wenn Sie es gut meinen und Ihrem Kind vormachen wollen, wie es vermeintlich „richtig geht“: Kinder wollen Sachen selber ausprobieren und erforschen. Das macht sie stolz und fördert nicht nur die Kreativität, sondern auch das Selbstbewußtsein.

Holz Stapelspiel mit bunten Bauklötzen

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Wie wird Holzspielzeug richtig gereinigt?

Holzspielzeug muss eine Menge aushalten: Es wird geliebt, gedrückt, geworfen, auf dem Fußboden verteilt und zum Spielplatz oder in den Kindergarten mitgenommen. Und Babys lieben es, die Beschaffenheit ihrer Holz-Greiflinge ausgiebig mit dem Mund zu erforschen.

Doch keine Angst vor Keimen oder Bakterien: Wir verraten Ihnen, wie Sie Holzspielzeug schonend reinigen und warum es hygienischer ist als Spielwaren aus Plastik.

Wie wird Holzspielzeug gereinigt Ratgebertext

Natürlich sauber: Wasser statt chemische Keule

Um Spielzeug aus Holz zu reinigen, sind keine speziellen Pflegemittel nötig. Die hochwertigen Hölzer bei Selecta haben natürlich gewachsene antibakterielle Eigenschaften. Es reicht daher völlig aus, das Holz mit einem leicht feuchten Tuch abzuwischen.

Verzichten Sie unbedingt auf chemische Reiniger, Desinfektionsmittel oder handelsübliche Feuchttücher. Diese enthalten oft giftige Stoffe, die Ihr Kind über die Mundschleimhaut aufnehmen könnte. Der Verzicht auf die chemische Keule schont zudem die Umwelt und Ihren Geldbeutel.

Damit das Spielzeug lange schön bleibt, darf es nicht unter heißem oder fließendem Wasser gereinigt werden, da das Holz sonst aufquillt und die wasserlöslichen Farben an Intensität verlieren. Ein Waschgang im Geschirrspüler ist somit ebenso tabu wie in der Waschmaschine.

Und gut zu wissen: Die von Selecta verwendeten Farben und Lacke sind gesundheitlich völlig unbedenklich und entsprechen in allen Punkten den strengen Anforderungen der europäischen Vorschriften an Spielzeug.

Warum ist Holzspielzeug hygienischer als Plastikspielzeug?

Spielzeug aus Holz bedarf keiner speziellen Reinigung vor der Erstbenutzung – ganz anders als Spielsachen aus Kunststoff. Denn auf Plastik können Spuren von Bakterien bis zu 24 Stunden lang ohne Wirtszelle überleben. Dies kann die Übertragung von Krankheiten fördern. Im Gegensatz zu Holz hat Plastik keine keimreduzierenden Eigenschaften. Obwohl beide Oberflächen vergleichbar leicht zu reinigen sind, entstehen im Plastik schon nach kurzer Zeit Unebenheiten und Risse in der Oberfläche, die für Bakterien ein willkommenes Zuhause darstellen. Holz besitzt antibakterielle Substanzen, die Viren und Bakterien schneller absterben lassen. Durch die poröse Holzoberfläche wird Bakterien Feuchtigkeit entzogen, die sie zum Überleben benötigen. Spielzeug aus Holz hat also einen ganz natürlichen Selbstreinigungseffekt. Und natürlich schön ist es sowieso – auch nach Jahren!

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Unser Selecta Ratgeber wächst immer weiter…

… und jeden Tag werden wir etwas größer!
Schauen Sie also einfach regelmäßig vorbei. Hier im Selecta Ratgeber gibt es wertvolle Tipps für die schönste Zeit mit Babys und Kleinkindern, Informationen zur Entwicklung und Förderung, zu Einrichtung und Alltag, und natürlich viele neue Ideen und Informationen rund um hochwertiges Holzspielzeug.

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