Unterwegs mit Baby – Darauf kann ich achten

Die ersten Ausflüge mit dem Baby sind oft aufregend für die ganze Familie: Fühlt sich das Baby wohl? Wie transportiere ich es gut, damit es sich unterwegs geborgen fühlt und wir nicht in Stress geraten? Schon bei der Auswahl der Transportart können wir Einfluss nehmen auf das Wohlbefinden des Kindes:

Im Auto: Niemals ohne Babyschale oder Kindersitz

Wer mit dem Auto unterwegs ist, hat sicherlich schon vor der Geburt einen passenden Kindersitz für das Baby erworben. Hier ist gute Beratung immer wichtig, damit ein passendes, sicheres und bequemes Modell ausgewählt wird. Spezielle Fachmärkte ausschließlich für Kindersitze bieten eine breite Auswahl und gute Beratung an. Die Babyschale fürs Auto sollte tatsächlich auch dem Transport im Auto vorbehalten bleiben: Die Körperhaltung darin wirkt ungünstig auf die Wirbelsäule und die gekrümmte Haltung kann die Atmung erschweren. Auch der ADAC empfiehlt, die Babyschale in den ersten Monaten nicht außerhalb des Autos als Babyablage zu nutzen, sondern auf Kinderwagen oder Tragetuch umzusteigen. Ist das Baby schon älter, sind für längere Autofahrten kleine Spielzeuge, Knisterbücher und Ketten schöne Spielmöglichkeiten, um die Zeit im beengten Sitz mit Spielen zu überbrücken.

Im Kinderwagen: So fahren Babys sicher & bequem

Der Kinderwagen ist eine häufig verwendete Möglichkeit, um das Baby auf erste Ausflüge mitzunehmen – gerade dann, wenn noch ein Einkauf erledigt werden muss. Wichtig ist aber, das Baby vor Reizen zu schützen und seinen Bedürfnissen nachzukommen. Viele Babys wollen – gerade am Anfang – lieber getragen werden und brauchen den sicheren Rückzug am Körper der Bezugsperson. Es ist daher gut, zusätzlich eine Trage einzupacken, um das Baby notfalls an den Körper zu nehmen, wenn es mehr Nähe braucht. Um es dem Baby im Kinderwagen bequemer zu machen, sollte das Augenmerk immer auf die Lagerung gerichtet werden: Es ist für Babys unbequem, ausgestreckt auf dem Rücken zu liegen und führt oft zu starker Unruhe nach kurzer Zeit. Aus dem Kinästhetik Infant Handling ist bekannt, dass Babys besser auf einem gefalteten Handtuch liegen, bei dem Kopf- und Beinbereich durch Faltung des Handtuchs leicht erhöht sind. Auch ein geknülltes Spucktuch unter den Beinen macht die Lagerung für Kinder angenehmer. Schön ist es zudem, wenn das Baby im ersten Jahr mit dem Blick in Richtung schiebenden Elternteil transportiert wird, wodurch es sich sicher fühlt und Bedürfnisse schnell mitteilen kann.

Holz bunte Kinderwagenkette mit Frosch und Katze und Glöckchen

Im Tragetuch: Die richtige Position fördert Körperkontakt und gute Haltung

Viele Babys lieben es, getragen zu werden. Mittlerweile gibt es einen großen Markt mit verschiedenen Tragetüchern und Tragehilfen. Für jeden Bedarf und Geschmack ist etwas dabei. Spezielle Trageberater*innen helfen bei der Auswahl, erklären die Nutzung und helfen, damit das Tragen nicht durch falsche Verwendung schmerzt. Getragen werden können Babys von Anfang an vor der Brust in Kopfkusshöhe, auf dem Rücken oder sogar seitlich. Das Tragen kommt von allen Beförderungsmöglichkeiten den Bedürfnissen von Babys besonders gut nach: Das Baby befindet sich in Körperkontakt, kann sich zurückziehen (sofern es nicht mit dem Gesicht nach vorn getragen wird, wovon prinzipiell eher abzuraten ist), die Anhock-Spreiz-Haltung kommt seinen Bedürfnissen nach und wirkt sich sogar bei richtiger Nutzung positiv auf das Hüftgelenk aus. Bei Babys mit Bauchschmerzen kann das Tragen beim Abgehen von Blähungen helfen. In Tragetüchern oder bei Tragehilfen kann diskret direkt im Tuch gestillt werden. Einziger Nachteil: Der Einkauf muss auch noch getragen oder in einem Trolley gezogen werden.

Nicht geeignet ist das Tragetuch/die Tragehilfe für den Transport des Babys auf einem Fahrrad. Im Kindersitz auf dem Fahrrad können erst Kinder transportiert werden, die sicher sitzen können und einen Helm tragen. Vorher können Fahrradanhänger mit Babyschalen genutzt werden. Auch hier gelten jedoch die Empfehlungen zur Begrenzung der in der Babyschale verbleiben Zeit.

Dies ist ein Artikel unserer Gastautorin Susanne Mierau. Sie ist Mutter von drei Kindern, studierte Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik), Familienbegleiterin, Herausgeberin des Online-Magazins geborgen-wachsen.de sowie Autorin von Ratgebern rund um das Leben mit Babys und Kleinkindern.

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