Der richtige Schlafplatz für mein Baby

Kaum ein Thema treibt Eltern so um, wie der Schlaf des Kindes und eine gute Schlafsituation. Wie das Baby oder Kind schläft – ob lang oder kurz und ob es eher zu den “Eulen” oder “Lerchen” zählt – ist in wesentlichen Punkten vorgegeben: Wir können Babys das Schlafen nicht beibringen, denn es ist an vielen Stellen ein Reifungsprozess, der von Kind zu Kind unterschiedlich verläuft. Mit geeigneten Rahmenbedingungen können wir jedoch eine entspannte Atmosphäre schaffen, in der das Kind zur Ruhe kommen kann und lernt, Schlaf als positiv und erholsam zu empfinden – und darin nicht ein Pflichtprogramm sieht, dass durch Zwang erfüllt werden muss und gegen das es sich auflehnt.

Der richtige Schlafplatz für ein Baby muss zunächst seinen grundlegenden Bedürfnissen entgegenkommen. Wesentlich dafür ist die Erfüllung des Bedürfnisses nach Sicherheit: Anders als wir Erwachsene weiß das Baby nicht, dass es in einer vor wilden Tieren und Umwelteinflüssen sicheren Wohnung liegt. In ihm läuft noch ein “Steinzeitprogramm”, das ihm sagt, dass es nur in der schützenden Nähe der Bezugspersonen sicher ist vor Bedrohungen jeglicher Art. Daher ist das Schlafen in Elternnähe (im Familien– oder Beistellbett) für sie besonders wohltuend. Sie erwachen nachts häufig, um zu überprüfen, ob dieser Schutz noch gegeben ist und auch, weil sie Nahrung benötigen aufgrund des rasch wachsenden Gehirns. Das Aufwachen hindert sie zudem, in zu tiefe Schlafphasen einzutauchen, aus denen sie aufgrund der noch nicht abgeschlossenen Entwicklung schwerer wieder aufwachen. Dass Babys also nachts aufwachen, ist normal und sinnvoll. Ist der Schlafplatz in Elternnähe gewählt, hat das für uns Erwachsene den Vorteil, schneller aufzuwachen und auch schneller wieder einschlafen zu können. Räumliche Nähe ist deswegen ein wichtiges Kriterium für einen guten Schlafplatz.

Auch die Empfehlungen zur Vermeidung des plötzlichen Kindstodes legen nahe, das Baby im Elternzimmer schlafen zu lassen. Zusätzlich wird dem Stillen laut Datenlage eine Schutzfunktion zugewiesen, wie auch dem Verzicht der Eltern auf Nikotin, Alkohol, andere Drogen, Schlafmittel und falsche Schlaforte wie Wasserbett oder Sofa, in denen das Baby einsinken kann, wie auch die Bauchlage des Babys. Der Schlafraum sollte generell nicht überhitzt, aber gut belüftet sein, was sich auch auf den Schlaf der Erwachsenen positiv auswirkt.

Gestaltung des Schlafortes bestimmt Babys Schlaf

Neben diesen gesundheitlich bedeutsamen Rahmenbedingungen für einen guten Schlafort gibt es jedoch auch noch andere sinnvolle Gestaltungsideen: Das Kind sollte das Bett von Anfang an als beruhigenden Schlafort wahrnehmen, an dem kein Spiel stattfindet, sondern in dem das Ruhen im Vordergrund steht. Mit der Gestaltung können wir darauf Einfluss nehmen: Der Schlafort ist ein Ort der ruhigen Farben ohne Aufregung und ohne Spiel. Augen und Hände können hier zur Ruhe kommen. Es wird gesungen, erzählt, gestreichelt, aber nicht mehr wild gebalgt, gekitzelt oder getobt. Gerade in den ersten Jahren sollten Spielsachen hier mit Bedacht eingesetzt werden und ein einzelnes Kuscheltier oder Schnuffeltuch ist für Kleinkinder ausreichend. Später kann es sinnvoll sein, dem Kleinkind auch weitere Spielmöglichkeiten nach dem Einschlafen ans Bett zu stellen, mit denen es sich morgens beschäftigen kann, wenn es ein Frühaufsteher ist und nach Beschäftigung sucht.

Auch unsere eigene Einstellung als Eltern prägt den Schlafort: Sind wir selber ruhig und entspannt oder atmen wir hektisch und schnell, weil wir schnell wieder aufstehen wollen? Sind wir dem Kind gegenüber harsch und abweisend, weil es schlafen soll oder begleiten wir es sanft mit lieben Worten und gutem Gefühl in den Schlaf? Die emotionale Atmosphäre, die wir schaffen, ist nicht weniger wichtig als die räumliche Ausgestaltung. Alles zusammen macht einen guten Schlafort für das Baby aus.

Dies ist ein Artikel unserer Gastautorin Susanne Mierau. Sie ist Mutter von drei Kindern, studierte Pädagogin (Schwerpunkt Kleinkindpädagogik), Familienbegleiterin, Herausgeberin des Online-Magazins geborgen-wachsen.de sowie Autorin von Ratgebern rund um das Leben mit Babys und Kleinkindern.

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